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In keiner Teilrepublik des ehemaligen Vielvölkerstaats Jugoslawien verlief der Balkankrieg (1992-1996) so grausam und blutig wie im heutigen
Bosnien-Herzegowina, nirgendwo trafen unterschiedliche Religionen und Kulturen derart unmittelbar aufeinander wie hier.
Der Vertrag von Dayton 1996 hat diesen Bürgerkrieg zwar formal beendet, doch von einem wirklichen, gesicherten Frieden kann bis heute keine Rede sein.
Aufgrund der Kriegszerstörungen und der anhaltenden Wirtschaftskrise sind Armut und Arbeitslosenquote extrem hoch. Kriegstraumata sind noch längst
nicht überwunden, soziale Verelendung breitet sich weiter aus. Der Staat tut wenig oder nichts, um das Elend zu lindern.
Im Jahr 1997 wurde die Organisation OASE gegründet, die seither von der Aktion Kleiner Prinz unterstützt wird. Psychologen, Ärzte und Sozialarbeiter
kümmern sich hier um Kinder, Jugendliche und Familien in Not und stehen ihnen bei der Lösung ihrer erheblichen existenziellen und psychischen Probleme
bei.
Da Bildung für den Aufbau einer besseren Zukunft unerlässlich ist, unterstützt die OASE die Ausbildung bedürftiger, zum Teil behinderter Kinder und
Jugendlicher. Durch finanzielle Beihilfen von 15 bis 35 Euro im Monat wird ihnen ermöglicht, eine Schule bzw. Universität zu besuchen. Auch für
Schulbücher, die sich arme Familien nicht leisten können, kommt die Partnerorganisation der AKP auf.
Durch direkte finanzielle Hilfen werden außerdem Kinder und ihre Familien in sozialen Notlagen unterstützt. Auch behinderte Kinder mit ihren Familien,
denen der Staat keinerlei Hilfe gewährt, erhalten von der OASE materiellen und psychologischen Beistand. Dasselbe gilt für Kinder, die auf ärztliche
Hilfe und Arzneimittel angewiesen sind, für die der Staat nicht aufkommt: Die lebensnotwendigen Kosten werden von der OASE übernommen. Für die
Betreuung psychisch gefährdeter Kinder und ihrer Mütter in Form von Einzel- und Gruppentherapien wird ebenfalls gesorgt.
In Banja Luka hat die Aktion Kleiner Prinz für das Kinderkrankenhaus u. a eine Tagesklinik für krebskranke Kinder und ihre Familien finanziert.
Für die lokale Gesundheitsstation in Novi Grad, einer
Kleinstadt an der kroatischen Grenze, in deren Einzugsbereich ca. 30.000 Menschen leben, wurden medizinischen Geräte angeschafft.
Gewalt bei Kindern und Jugendlichen ist auch hierzulande ein Problem geworden; ungleich mehr gilt das in einem Land, in dem die Gräuel eines
furchtbaren Krieges noch immer lebendige Realität sind. Deshalb fördert die Aktion Kleiner Prinz seit 2005 ein Gewaltpräventionsprogramm, genannt
„Projekt Charlie“, das aus Amerika stammt, dort bereits sehr erfolgreich war und nun in Bosnien mit 216 Grundschülern durchgeführt wurde. Für dieses
Programm wurden elf Lehrer in speziellen pädagogischen Seminaren geschult, die die AKP finanziert hat. Im Vergleich mit einer Gruppe von Schülern, die
nicht an diesem Programm teilgenommen hatten, wurde ein so eindeutiger Erfolg nachgewiesen, dass es in Zukunft auf weitere Schulen ausgedehnt wird.
Es hat sich hervorragend bewährt, dass die Aktion Kleiner Prinz großen Wert auf persönliche Kontakte zu ihren Partnerorganisationen legt. So statten
Vorstandsmitglieder der AKP auch dem großartigen OASE-Team in regelmäßigen Abständen einen Besuch ab, um sich vor Ort über die Verwendung der
Spendengelder zu informieren.
Oberes Bild: Eine Abordnung der Aktion Kleiner Prinz zu Besuch bei der Partnerorganisation OASE in Bosnien im November 2007: Projektleiter
Dieter Grothues (stehend) und der 2. Vorsitzende Klaus Chmiel (links von ihm)
Unteres Bild: Projekt Charlie – das Einüben von freundlichem Verhalten ist wesentlicher Teil der Gewaltprävention: Hier reichen die Kinder
einen Tennisball weiter und sagen dem Empfänger des Balls etwas Nettes, z. B. „Du hast einen hübschen Pulli an“.
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