Bethesda-Krankenhaus: Aufbau einer Kinderstation

Langzeit-Engagement in Goma in der Demokratischen Republik Kongo


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Das Bethesda-Krankenhaus in Goma in der DR Kongo wird seit vielen Jahren von der Aktion Kleiner Prinz unterstützt. Was diesem Krankenhaus bisher vor allem fehlte, war eine Kinderstation. Die erneuten blutigen Unruhen im Oktober 2008 machten diesen Mangel in voller Schärfe deutlich. Das Krankenhaus wurde zur Sammelstation für unzählige Kranke, verletzte, restlos erschöpfte und meist völlig mittellose Familien mit ihren Kindern, die in qualvoller Enge untergebracht und behandelt werden mussten. Zwar konnte die Aktion Kleiner Prinz durch eine spontane Sammelaktion 43.000 Euro zusammen bringen und damit den verzweifelten Menschen in ihrer ersten Notsituation spontan helfen, doch für die medizinische Betreuung der Kinder wurde eine dauerhafte Lösung immer dringlicher.
Im Frühjahr 2009 kam Besuch aus dem Kongo nach Warendorf. Dr. Kakule Molo, der Präsident der baptistischen Kirche in Zentralafrika, die Träger des Bethesda-Krankenhauses ist, überzeugte den Vorstand der Aktion Kleiner Prinz von der Notwendigkeit einer Kinderstation. Er erhielt die Zusage für die finanzielle Unterstützung dieses Projekts, mit dessen Bau inzwischen begonnen wurde.
Als Projektpartner konnte die Johannes Beese Stiftung gewonnen werden, die einen Teil der Projektkosten trägt.

Das Engagement der Aktion Kleiner Prinz für den Kongo reicht bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. In Goma, im damaligen Zaire, konnte die Hilfsorganisation mit Geld- und Sachspenden in Höhe von 200.000 DM Abertausenden von Flüchtlingskindern das Leben retten. Goma, eine Provinzhauptstadt von ca. 500.000 Einwohnern, im äußersten Osten der Demokratischen Republik Kongo gelegen, ist als Grenzstadt bis heute in besonderem Ausmaß von blutigen Kriegen und bestialischen Massakern betroffen. Die Aktion Kleiner Prinz unterstützte dort seit Jahren das traditionelle Virunga-Hospital mit medizinischen Sachspenden.

Als im Jahr 2002 der verheerende Ausbruch des Vulkans Nyragongo mit einem großen Teil der Stadt auch dieses für die Bevölkerung überlebenswichtige Krankenhaus zerstörte, wurde in einem anderen, weniger gefährdeten Stadtteil unter der Leitung des gebürtigen Warendorfer Allgemeinmediziners Dr. Berndt Otte und mit finanzieller Unterstützung durch die Aktion Kleiner Prinz das Bethesda-Krankenhaus errichtet. Anfangs lediglich ein behelfsmäßiges Feldhospital, wurde es im Lauf der Jahre zu einem Klinikum in fester Bauweise und mit mehreren Gebäuden, darunter einem Operationstrakt und der 2006 erbauten Entbindungs- und Geburtsstation.

Im Jahr 2008 konnte, ebenfalls mit Hilfe von Geldern der Aktion Kleiner Prinz, eine Solaranlage installiert werden. Dr. Otte berichtete der Aktion Kleiner Prinz von einem Anruf des Krankenhausdirektors Dr. Bose, der voller Begeisterung darüber war, dass es nun im Krankenhaus Tag und Nacht elektrischen Strom gebe. Dadurch sei es möglich, medizinische Behandlungen und Operationen jederzeit, also auch nachts, durchzuführen. Das Geld, das vorher für ein Diesel-Notstromaggregat ausgegeben worden war, könne nun für die Versorgung der Patienten verwendet werden.

Dr. Otte ist freier Mitarbeiter der Vereinten Evangelischen Mission und Verbindungspartner zur Baptistengemeinde in Goma. Er verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen mit Hilfsorganisationen in Afrika, besucht das Bethesda-Krankenhaus in regelmäßigen Abständen und berichtet der Aktion Kleiner Prinz danach jedes Mal ausführlich über seine Erfahrungen und den Entwicklungsstand des Hospitals. Über die sachgerechte Verwendung der Spendengelder liefert der Direktor des Bethdesda-Krankenhauses jährlich detaillierte Berichte.

Durch den Bau der neuen Kinderstation soll wieder ein Beitrag zur Linderung des Leidens der Bevölkerung geleistet werden, die seit nun eineinhalb Jahrzehnten von grauenhaften Bürgerkriegen heimgesucht wird. Menschen, die dankbar für jede Hilfe sind und die, wie Dr. Otte weiß, auch im größten Elend durch ihre Fähigkeit sich zu freuen beeindrucken: „Immer wieder bewegen mich die Freundlichkeit und Freude der Menschen, die trotz ihrer verzweifelten Situation lachen und singen."