Instandsetzung des Kindergartens

in Ljubija/Bosnien und Herzegowina



Ljubija, ein Vorort der Stadt Prijedor, liegt im serbischen Teil der Republik Bosnien und Herzegowina, einem der ärmsten Länder Europas. In der zu Tito's Zeiten wirtschaftlich gesunden Stadt war der inzwischen geschlossene Eisenerzbergbau der größte Arbeitgeber und damit die Lebensgrundlage vieler Familien mit Kindern.
Im Jahre 1980 wurde in Ljubija ein neuer Kindergarten eröffnet. Als Ganztags-kindergarten konzipiert, konnte er bis 1992, dem Jahr des Kriegsausbruchs im ehemaligen Jugoslawien, als städtischer Kindergarten betrieben werden.

Als ab 1995 Tausende von Flüchtlingen in die Region Prijedor strömten, wurde dringend Wohnraum benötigt. Das Kindergartengebäude musste als Unterkunft für Menschen, die ihre Heimat verloren hatten, zweckentfremdet werden.
Mehr als 10 Jahre nach Ausbruch des Krieges, beginnt sich die Lage äußerlich zu normalisieren; die Flüchtlinge haben den Kindergarten verlassen, da für sie inzwischen woanders Wohnraum gefunden werden konnte.

Von den ca. 200 Kindern im Alter von 1 bis 7 Jahren, die zurzeit in Ljubija leben, stammen viele aus Flüchtlingsfamilien. 95 Kinder benötigen dringend eine vorschulische Förderung in einem Kindergarten.
Der Besuch des Kindergartens wirkt sich auch positiv auf die familiäre Situation der Menschen in Ljubija aus, denn die psycho-soziale Lage der Familien in Bosnien Herzegowina ist nicht selten problematisch. Die Eltern der Kinder waren während des Krieges oftmals traumatischen Erlebnissen ausgesetzt, die bis heute nachwirken.
Alkoholismus und Gewalt in den Familien sind nicht selten die Folge dieser Erlebnisse.
In Bosnien tragen darüber hinaus Arbeitslosigkeit sowie eine oftmals empfundene Perspektivlosigkeit dazu bei, dass sich die wirtschaftliche und psychische Lage der Menschen nicht verbessert.

Anlässlich eines Projektbesuches im April 2002 in Prijedor erfuhr die Aktion Kleiner Prinz von dem leer stehenden Kindergartengebäude.
Bedingt durch die lange zweckfremde Nutzung befand es sich jedoch in einem sehr schlechten Zustand. Regen war durch das undichte Dach in das Gebäude eingedrungen und hatte die Zimmerdecken teilweise zerstört. Die komplette Dachentwässerung war ein Sanierungsfall. Die Heizung und die sanitären Anlagen funktionierten nicht mehr. Die Außenfassade, Fenster und Türen bedurften eines neuen Anstrichs. Der Parkettfußboden musste teilweise ersetzt, bzw. geschliffen und neu versiegelt werden.

Die Aktion Kleiner Prinz beschloss, die finanziellen Mittel für die Instandsetzung des Kindergartengebäudes bereitzustellen, da öffentliche Gelder nicht zur Verfügung standen.
Mit der Gemeinde Prijedor wurde ein Vertrag abgeschlossen, in dem man die Verwendung der AKP-Spendengelder regelte.
Für die Finanzierung der neuen Möbel konnte die Aktion Kleiner Prinz die Karl Bröcker Stiftung aus Geseke als Kooperationspartner gewinnen.

Hilfe zur Selbsthilfe: Zur Sicherung und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen wurden die Aufträge für die Instandsetzung des Gebäudes und für den Bau der Möbel an lokale Firmen vergeben. Verantwortlich waren die Projektpartner vor Ort. Die Aktion Kleiner Prinz wurde regelmäßig über den Fortschritt der Arbeiten unterrichtet.

Anfang 2003 war es dann soweit: Die ersten zwei Kindergruppen mit insgesamt 55 Kindern nahmen das renovierte Gebäude und die neuen Möbel in Besitz.

Im April 2003 fand die offizielle Einweihungsfeier des Kindergartens statt.
Frau Nada Darkovic, Leiterin der städtischen Kindergärtens und langjährige Projektpartnerin der Aktion Kleiner Prinz, begrüßte die Gäste. Der Bürgermeister von Ljubija, viele Eltern, zwei Fernsehteams und eine Delegation der Aktion Kleiner Prinz waren gekommen.
Die beiden Kindergruppen gestalteten das Programm. Sketche, in denen Fabeltiere eine wichtige Rolle spielten und Tänze wurden aufgeführt.
Dank an die Warendorfer: Für das Büro der Aktion Kleiner Prinz hatten die Kinder unter Anleitung einer Kunsterzieherin Bilder gemalt.

Auch in Zukunft wird die Region Prijedor Schwerpunkt der Arbeit der Aktion Kleiner Prinz bleiben. Weitere Projekte im Umfeld der städtischen Kindergärten werden bereits mit den Projektpartnern diskutiert.