Reconstruindo a Esperanca

Wiederaufbau der Hoffnung



Zimpeto ist ein Vorort von Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, einem der ärmsten Länder der Erde. Von den rund 17.000 Einwohnern findet nur eine Minderheit Arbeit in den Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen von Maputo City. Die meisten schlagen sich als Wander- und Hilfsarbeiter durch oder sorgen als arme Kleinbauern für den Lebensunterhalt ihrer Familien. Ein großer Anteil der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche, die wegen Geldmangel oft nicht zur Schule gehen können und keinen Zugang zu weiteren Ausbildungsmöglichkeiten haben.
Täglich infizieren sich hunderte von Mosambikanern mit dem Aids-Virus.

In diesem Umfeld arbeitet seit 1996 der mosambikanische Verein Reconstruindo a Esperanca (RE) als gemeinnützige Nichtregierungsorganisation. RE begann seine Arbeit mit der Reintegration von Kindersoldaten, die von den Kriegsparteien während des 16 Jahre dauernden Bürgerkrieges zwangsrekrutiert wurden und entsetzlichen traumatischen Erlebnissen ausgesetzt waren. RE entwickelte unter der Leitung von Boia Ephraime, einem in Deutschland ausgebildeten Psychologen neue Therapiekonzepte, in denen traditionelle mosambikanische Heilmethoden eine wichtige Rolle spielen. Für diese Arbeit wurde Boia Ephraime mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. RE kümmert sich heute auch um Kinder und Jugendliche, die Opfer von familiärer Gewalt und sexuellem Missbrauch geworden sind. Ein besonderes Anliegen ist dem Verein die Betreuung von Mädchen, die auch in Mosambik oft gewaltsam Übergriffen durch Familie und Gesellschaft ausgesetzt sind.

Ein weiteres Anliegen von RE ist es, die Therapieerfahrungen weiterzugeben. Wenn es gelingt, die aus der Betreuung von jugendlichen Kriegs- und Gewaltopfern gewonnenen Therapieerfahrungen zu systematisieren und zu dokumentieren, kann Mosambik einen großen Beitrag leisten für die Hilfe und Betreuung von traumatisierten Kindern in anderen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent, der seit Jahren Schauplatz unzähliger brutaler Konflikte ist.

Aktuell ist RE auch in einem Programm eingebunden, dass die Opfer der Flutkatastrophen 2000 und 2001 unterstützt.

Zusammen mit dem Welthaus in Bielefeld unterstützt die Aktion Kleiner Prinz den mosambikanischen Verein im Rahmen eines Projektes der Europäischen Union.

Im Jahre 1998 konnte ein psychosoziales Zentrum eingeweiht werden, dass mit maßgeblicher Hilfe der Aktion Kleiner Prinz gebaut werden konnte.

Bevor andere große Hilfsorganisationen aktiv wurden, überwies die Aktion Kleiner Prinz in Absprache mit RE insgesamt mehrere hunderttausend DM für die sofortige Nothilfe während der Flutkatastrophen in Mosambik. RE bezahlte davon einen Geländewagen, damit die Helfer zu den am schlimmsten betroffenen Gebieten gelangen konnten und stellte den Flutopfern Nahrungsmittel zur Verfügung. Eine Funkanlage wurde angeschafft, damit eine Verständigung in dem unwegsamen Gelände möglich wurde.