JAHRESBERICHTAktion Kleiner Prinz - Internationale Hilfe für Kinder in Not - e.V. |
März 2003 bis März 2004Das Jahr 2003 sollte für unsere Kinderhilfsorganisation ein besonderes Jahr sein, gingen wir doch mit großen Schritten auf unser 10 jähriges Gründungsjubiläum am 18.Oktober 2003 zu. So diskutierten wir in unserem Vorstand, in welcher Form, welchem Rahmen wir dieses Jubiläum begehen wollten. Im Verlauf dieses Entscheidungsprozesses kamen wir überein, diesen Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte als festliches Miteinander und gegenseitiges Kennen lernen in den freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten der Gesellschaft „Harmonie“ in Warendorf zu begehen. Es war ein gemütlich-festlicher Abend, der diejenigen miteinander in Kontakt brachte, die mangels eines „typischen“ Vereinslebens sonst nicht miteinander ins Gespräch gekommen wären. Somit war dieser Abend ein vereinsinterner Schritt nach vorn und sicher wertvoll, wiederholt zu werden. Insgesamt haben wir uns aus Imagegründen, organisatorischen wie Kostengründen gegen die „Große Jubiläumsbühne“ entschieden, was zumindest von unseren über Jahre verbundenen Förderern sicher als angemessen beurteilt wurde. Auf der anderen Seite eröffnet natürlich ein solches Jubiläum viele Möglichkeiten, auch über dem lokalen Tellerrand Aufmerksamkeit und damit finanzielle Förderung zu ermöglichen. Fast kann man sich im Nachhinein nicht des Eindrucks erwehren, dass so manche Institution, so manches Medium eigentlich von uns erwartet hatte, eine solche öffentlichkeitswirksame Plattform zu bieten, um entsprechend Applaus oder öffentliche Zuneigung zum Ausdruck zu bringen. Denn niemals waren Reaktionen auf unser 10 jähriges Jubiläum stiller und kaum wahrnehmbar als zu diesem eigentlich doch großen Meilenstein. Auch, im Hinblick auf die Leistungen im Rahmen unserer Kindernothilfe, die sich zwar schwerlich angemessen, aber dennoch in der Gewichtung schon in Euro-Summen ausdrücken lassen. Diese Reaktionslosigkeit, man möge uns nicht ein „fishing for compliments“ unterstellen, wurde insbesondere dadurch exemplarisch deutlich, dass nicht einmal unsere Heim- und Gründungsstadt Warendorf, vertreten durch ihren Bürgermeister, von diesem Jubiläum Kenntnis nahm. Im Mai 2003 gastierte Rolf Zuckowski mit Band in der Ennigerloher Olympiahalle,
quasi als Jubiläumsgeschenk für unsere Aktion zum 10.Geburtstag. Ertragsmäßig
war dieses Konzert eine einzige Katastrophe, konnten nicht einmal 30 Prozent
der über 800 Karten verkauft werden. Selbst dies nicht als Benefiz und
unter massivem Werbesponsoring der Tageszeitung „Die Glocke“, die sich
redaktionell wie durch die Größe der Anzeigen respektable Mühe gab, diesem
Konzert zum Erfolg zu verhelfen. Alle anderen Medien waren narkotisiert
im Grönemeyer-Fieber, gab doch dieser zwei Tage später sein Open-Air-Konzert
in Ahlen. Sicher, ein Rolf Zuckowski ohne Band, vor tausend Kindern, dies
wäre eine andere, anziehungskräftigere Ebene gewesen. Jedoch sollte dieses
Konzert Tournee-Start sein, Promotion für die erste Band-CD. Ein neues
Musikerlebnis für Familien, was sicherlich entsprechende Resonanz verdient
hätte. Um nicht vor kleinem Publikum zu spielen, haben wir dann kreativ
reagiert und alle Kindergärten im Kreis, deren Teams, als Dankeschön für
entgegengebrachtes Engagement, als unsere Gäste zu diesem Konzert eingeladen.
Die Resonanz war überwältigend, das Konzert musikalisch wie menschlich
ein wunderbares Erlebnis. So blieb uns nichts anderes übrig als Rolf Zuckowski
und seiner Band von Herzen zu danken und auch allen, die sich nach Ennigerloh
auf den Weg gemacht hatten. Im Jahr 2003 wurde uns zum 2.Mal das DZI-Spendensiegel zuerkannt. Maßgebliche Unterstützung in der Vorbereitung der Prüfungsphase, die vom DZI in Berlin unter strengen Maßstäben vorgenommen wird, erhielten wir durch den Ennigerloher Steuerberater und Buchprüfer Herrn Rudolf Senger, der den offiziellen Prüfbericht vorlegte. Dies, ohne Kostenrechnung. Für den Spendensiegelantrag 2004 erfolgte bereits die Prüfung durch Herrn Senger. Auch ihm gilt an dieser Stelle unser verbundener Dank für diese wichtige Arbeitsleistung. Mittlerweile haben über 8000 Internetbesucher unsere Homepage aufgesucht, um Informationen zu unserer Kinderhilfsorganisation zu erfragen. Dank der intensiven Gestaltung und kontinuierlichen Aktualisierung durch Daniel Grothues, war es uns möglich, diese exzellente Visitenkarte nach außen zu präsentieren. Gerade hier wurde uns deutlich, wie speziell hier ein Profi-Wissen erforderlich ist, um erfolgreich eine wirksame Außenwerbung zu entwickeln. Vielfach wurde diese Homepage von Kennern der Materie hoch gelobt. Wir sind überaus dankbar, dass uns diese Möglichkeit durch Daniel Grothues eröffnet wurde. Im Frühjahr 2003 zeichneten sich die ersten Warnhinweise auf einen unmittelbar
bevorstehen Krieg im Irak ab. Schon lange vor Kriegsbeginn hatten wir
Kontakt geknüpft mit den „Architekten für Menschen in Not“ in Bagdad,
die dort seit längerem im Rahmen eines EU-Projektes im Bereich des Schulbaus
wie auch dem Bau von Wasseraufbereitungsanlagen tätig waren. Zunehmend
auch als Nothelfer in Anspruch genommen, fehlte den Mitarbeitern um Alexander
Christof die entsprechenden finanziellen Mittel, um all den Erfordernissen
nachkommen zu können. So stellen wir insgesamt 50 000 Euro Hilfe zur Verfügung,
um Kindern in den Waisenheimen, Straßenkindern wie auch Familien eine
Notversorgung zu ermöglichen. Zusammen mit APN und der französischen Hilfsorganisation
„Enfant du Monde“ riefen wir das „Hilfsnetz Bagdad“ ins Leben, um weitere
Finanzhilfen für die substantielle Nothilfe vor Ort zu ermöglichen. Auch
„Cap Anamur“ mit Ruppert Neudeck unterstützen dieses Hilfsnetz großzügig,
ja forderte sogar in einer WDR-Talkshow zur finanziellen Unterstützung
auf. Unsere Aktion Kleiner Prinz war die erste deutsche Hilfsorganisation,
die die wertvolle Arbeit von APN in Bagdad förderte. Wobei auch erwähnt
werden muss, dass Alexander Christof und APN auch während des Krieges
durchgehend in Bagdad aktiv waren, während sogar die UN alle Mitarbeiter
in dieser Phase abgerufen hatte. Im Juni 2003 gastierte der von uns seit Jahren geförderte Kindermitmachzirkus „Pinocchio“ im St. Katharina Kindergarten in Warendorf. Unter Anleitung durch Joseph Steinbusch, alias Clown Juppino, übten die Kinder mit den Erzieherinnen ein buntes Zirkusprogramm ein, welches dann vor den Großeltern und Eltern der Kinder aufgeführt wurde. Dieses unvergleichlich schöne Geburtstagsgeschenk hat uns alle begeistert! Über das Jahr 2003 wurden unsere praktischen Hilfen in Form von Hilfsgüter-transporten
fortgesetzt. Ziel dieser Transporte war die Caritas Satu Mare, die über
ein funktionierendes Abhol- wie auch Verteilungssystem verfügt. Insbesondere
durch die großzügige Überlassung von Bekleidungsüberschüssen der Takko-Märkte
konnten diese Hilfstransporte mit wertvollen Gütern bestückt werden. Zum
einen wurden diese neuwertigen Waren an hilfsbedürftige Familien und Kinder
durch die Caritas Satu Mare verteilt, zum anderen wurde ein Teil zu einem
Anerkennungs-betrag an sozial Bedürftige verkauft, um auf diese Weise
die Kosten für die Transporte zu decken. Ein funktionierendes System der
Hilfe zur Selbsthilfe. Zusätzlich schickten wir Spielzeugspenden, gestiftete
Kindergebrauchtkleidung wie sonstigen Kinderbedarf mit auf den Weg. Zum zweiten Mal war unsere Aktion Kleiner Prinz in diesem Jahr 2003 auf dem Weihnachtsmarkt mit einem eigenen Stand vertreten, an dem Holzspielzeug und weihnachtlicher Schmuck aus dem Straßenkinderprojekt in Satu Mare erworben werden konnte. Nach vorheriger Ausstellungsmöglichkeit im Foyer des Josephshospitals Warendorf, war auch in diesem Jahr die Nachfrage mehr als groß, so dass Margret Grothues und ihr Team keine Sorgen haben mussten, unterbeschäftigt zu sein. Wiederrum eine gelungene Präsentation unserer Aktion in der Öffentlichkeit. Der Verkaufserlös wurde der Projektarbeit zugeführt. Zusammenfassend war auch unser 10.Jahr seit der Gründung unserer Kinderhilfsorganisation im Jahr 1993 ein großer, begeisternder Erfolg. Insgesamt belief sich die Gesamtspendensumme auf 425 926 Euro, unsere Gesamtausgaben im Sinne unserer Satzung auf 408 323 Euro. Unsere Verwaltungskosten betrugen 4,69 Prozent. 366 Mitglieder fördern unsere Arbeit. Für das nun begonnene 11.Vereinsjahr 2004 haben wir uns viel vorgenommen. Insgesamt wurden bis heute 264 054 Euro zur Projektfinanzierung bewilligt. Unser gemeinsames Ziel ist es, durch Gewährleistung von längerfristigen Förderungszusagen Kontinuität und Planungssicherheit für die Projektverantwortlichen vor Ort herzustellen. Ebenso können durch diese Perspektivsicherungen auch besonders qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Projekte gebunden werden, was für unsere Qualitätskontrolle, so weit es uns möglich ist, von besonderer Bedeutung ist. Vor-Ort-Besuche gewährleisten zusätzliche Förderungssicherheit und letztlich auch Rechenschaftsfähigkeit vor unseren Spendern. Unser gemeinsames Ziel ist es zudem, neue Mitarbeiter/ Interessierte für unsere vielfältigen Aufgabenstellungen zu gewinnen. Letztlich das ein oder andere in getreue und helfende Hände zu übergeben, damit gebundene Kräfte für zusätzliche Aufgabenstellungen frei werden. Wir stehen gerade hier auch in unmittelbarer Verantwortung im Hinblick auf ein gesichertes Fortbestehen unserer Kinderhilfsorganisation, denn die Zukunft, in die wir gehen wollen, ist letztlich auch davon abhängig, ob wir befähigt sind, unser Engagement durch besonders viele, hilfreiche Hände wirken zu lassen. Humanitäres Engagement lässt sich letztlich nicht durch Fachstudium erlernen, sondern nur durch ein vom Herzen getragenes praktisches Handeln. So freuen wir uns über jedes Zeichen mitwirken und mitgestalten zu wollen. Und sei es auch nur ein winziges Engagement. Nur so wird uns ein Fortbestehen möglich sein. Reihen können nur geschlossen und fortgesetzt werden, wenn andere die Möglichkeit haben nachzuwachsen. Das ist unser ausdrücklicher Wunsch! Klaus Schäffer Warendorf, den 23.März 2004 |