JAHRESBERICHTAktion Kleiner Prinz - Internationale Hilfe für Kinder in Not - e.V. |
2006
2006 war ein spannendes Jahr für unsere ehrenamtliche Kinderhilfsorganisation. Am 26.Januar 2006 wurde das „Good Shepherds Home“ in Lalgudi/Indien eingeweiht. Ein AKP-finanziertes Waisenhaus für 65 Kinder, die durch die Tsunami-Katastrophe Dezember 2004 ihre Familien verloren hatten. Dieter und Margret Grothues waren zur Eröffnung des Waisenhauses vor Ort und überzeugten sich von der qualitativen Umsetzung des Projektes durch unseren Partner „Nest“, eine indische Stiftung für Kinder in sozialen Notlagen. Auf ausdrücklichen Wunsch unserer Partner wurden keinerlei große Gastgeschenke an die Kinder überreicht. Dies aus gutem Grund: Die Kinder des Waisenhauses kommen aus den einfachsten sozialen Strukturen, so sie sich über allerkleinste Gaben freuen können. Sie besitzen noch die natürliche Freude, kleinstes hoch wertzuschätzen. Jede noch so gut gemeinte fremdkulturelle Überlastung würde sie in ihren Gefühlen überfordern und letztlich unerfüllbare Wünsche wecken, die wahrscheinlich niemals in ihrem Leben erfüllt werden können. Unglücklichsein, Unzufriedenheit, Neid wären die Folgen, die diesen Kindern möglicherweise Perspektiven für ein eigenständiges Leben in Indien verbauen würden. Vom 24.-30.September 2006 reisten Ursula Vögeler, Margret Grothues wie auch Klaus Chmiel nach Rumänien, um unseren Projektpartner vor Ort, die Caritas Satu Mare, zu besuchen. Im Mai 2006 war unser 100.Hilfstransport seit Vereinsgründung 1993 gestartet, dies wie in den letzten Jahren regelmäßig mit Ziel Caritas Satu Mare. So überzeugte sich das AKP Team von der effizienten Verteilung und Verwertung der gelieferten Sachspenden, ebenso wurden verschiedene Kinderprojekte besucht, die wir finanziell seit Jahren fördern. Vom 2.-5.November 2006 reisten Dieter Grothues und Klaus Schäffer nach Bosnien-Herzegowina, um einerseits den von uns finanzierten Kindergarten „Mala Sirena“ in Tuzla zu besichtigen, als auch mit unseren Kooperationspartnern von der sozialen Organisation „Oase“ in Banja Luka zusammenzutreffen. Am Kinderkrankenhaus Banja Luka besichtigten wir gemeinsam die mit unserer finanziellen Hilfe neu ausgestattete kinderkardiologische wie kinderonkologische Ambulanz. Die Mitarbeiter der „Oase“ hatten dieses Projekt von der Planung bis zur Durchführung begleitet, so dass wir fortlaufend über die Umsetzung unterrichtet waren. Unsere Projektpartner als Qualitätsmanager vor Ort, für uns. Ausführliche Reiseberichte zu den Projektbesuchen im Internet unter www.aktion-kleiner-prinz.de Zu einem großen Erfolg wurde wiederum unsere Weihnachtspäckchenaktion „Ich schenk Dir meinen Stern“---Kinder aus Deutschland beschenken Kinder in Rumänien, die in sozialen Notlagen leben müssen. Seit Beginn dieser alljährlichen Weihnachtsaktion im Jahr 1995 sind mittlerweile über 70 000 Päckchen von Kindern zu Kindern auf die winterliche Reise zu Weihnachten gegangen. Großer Dank und ebenso große Anerkennung gilt dem Theater Don Kid`schote, Münster, unter Leitung unseres Mitgliedes Christoph Bäumer. Auch in diesem Jahr verzichtete das Theater auf seine Gage und stellte den Erlös der nun schon wiederholten Vorstellungen in voller Höhe den Projekten unserer Kinderhilfsorganisation zur Verfügung.
Im Jahr 2008 blicken wir auf 15 Jahre Hilfe für Kinder in Not zurück. Als Kinderhilfsorganisation für notleidende Kinder in Kriegs- und Krisengebieten
1993 gegründet, sind wir heute zunehmend auch engagierte Helfer und Förderer von Kindern und deren Familien in sozialen Brennpunkten, die aus den
diversen Krisen unserer Gesellschaft erwachsen. Familiäre Gewalt, soziale Katastrophen, Vernachlässigung von Kindern, Auseinanderbrechen von sicher
geglaubten familiären Strukturen können dauerhaft auch unsere Gesellschaft nachteilig verändern. So engagieren wir uns auch für „Krisengebiete“
unserer Gesellschaft hier vor unserer Haustür, für Kinder, die infolge unserer eigenen Gesellschaftskatastrophen zu Opfern von „sozialem,
familiärem Krieg“, von Verfolgung und Bedrohung, von Gewalt durch unsere Gesellschaft wurden. Wir haben daher in 2006 ein wirksames und sichtbares
Zeichen gesetzt und haben
20 000 Euro dem Frauenhaus Warendorf zur Verfügung gestellt, um Kinder aus diesem „Sozialkrieg“ besser versorgen zu können. Wir haben das sichere
Empfinden, dass unser Engagement auch für Kinder in Notlagen hier bei uns in Deutschland eine unbürokratisch richtige Konsequenz aus den spürbaren
Veränderungen unserer Gesellschaft ist: Soziale Not von Kindern und Familien in Deutschland ist gegenwärtig und wächst.
20 000 Straßenkinder im Jahr 2006. Klaus Schäffer |