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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Jahresbericht 2015

Das vorherrschende Thema war im Jahre 2015 die Flüchtlingskrise.
Nach den bereits im Winter 2014/15 geleisteten Ersthilfen – hier konnte die Aktion Kleiner Prinz durch die Finanzierung von Lebensmitteln, Kohleöfen und Kohle das Elend vieler Fami- lien im Flüchtlingslager Mardin lindern - folgten in Zusammenarbeit mit unserer Projektpartnerin Leyla Ferman weitere Hilfsmaßnahmen. Für uns war die Hilfe dort an der Grenze be- sonders wichtig, damit die Menschen in ihrem Kulturkreis bleiben können und nicht zu einer gefährlichen Flucht mit dem Ziel von überfüllten Lagern gezwungen werden. So konnte dort in Siirt an der türkisch-syrischen Grenze ein Kinderraum für 50 Kinder unter 6 Jahren zum Lernen, Spielen, Essen, Verweilen, errichtet werden. Ein solches Stück Normalität ist wichtig für die teils schwer traumatisierten Kinder. Die Zusammenarbeit mit Frau Ferman wird übrigens 2016 fortgesetzt.

Im August 2015 wurde in Warendorf eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eröffnet. Ein Aktionsbündnis rief zu Sachspenden auf. Die Aktion Kleiner Prinz übernahm die Aufgabe, die Spenden zu sammeln, die Kleidung zu sortieren und die Flüchtlinge einzukleiden. Es wurden Sonderabgabezeiten angeboten, damit wirklich jede Sachspende angenommen werden konnte. Die Spendenbereitschaft war überwältigend. Unsere Helferinnen und Helfer waren wieder einmal unermüdlich im Einsatz. Die Versorgung der Flüchtlinge mit Kleidung fand zunächst im Zentrum der Aktion Kleiner Prinz an der Beckumer Straße 36 statt. Später wurde an der Dr.-Rau-Allee eine neue Bleibe für diese Kleiderkammer, eine „Zweigstelle“, gefun- den.


Für den Deutschunterricht in der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland finanzierte die Aktion Kleiner Prinz auch 2015 bebilderte Lehrbücher. Dieses Angebot ist sehr wichtig für Men- schen, die ohne Deutschkenntnisse zu uns kommen. Unsere Kontaktperson ist Christa Diebig, eine pensionierte Realschullehrerin, die selbst Deutschunterricht für Flüchtlinge gibt und sich sehr engagiert für sie einsetzt.


Natürlich beschränkte sich die Arbeit der Aktion Kleiner Prinz 2015 nicht auf die Flüchtlings- hilfe. Im Frühjahr besuchte unsere Projektpartnerin Teresita Koopmann wieder einmal ihre Heimat, die Philippinen, und kam mit guten Nachrichten zurück. Die Steyler Missionare, mit denen wir auf den Philippinen zusammenarbeiten, hatten gute Arbeit geleistet und für 63 Familien, die der verheerende Taifun Ende 2013 obdachlos gemacht hatte, einfache Häuser gebaut. Ein weiteres Projekt zur Schaffung einfachen Wohnraums in 120 Wohnhäusern im Gesamtwert von 100.000 Euro ist angelaufen.


Im April 2015 bebte in Nepal die Erde. Die Auswirkungen in dem ohnehin bitterarmen Land waren verheerend. Schnell konnte über die Warendorferin Monika Lucht der Kontakt zur Kinderhilfe Nepal aufgenommen werden. Die Aktion Kleiner Prinz rief zu Spenden auf, und die Spendenbereitschaft der Bevölkerung war groß. Mit 150.000 € konnten wir kurzfristig helfen, insbesondere durch den Wiederaufbau von Schulen. Von dem Erfolg der Maßnahmen konn- ten wir uns inzwischen während eines Besuchs in Nepal selbst überzeugen.


Ebenfalls im April wurden in Afghanistan die Opfer einer Lawinenkatastrophe in Zusam- menarbeit mit Shelter International mit Lebensmitteln im Wert von 20.000 € versorgt.
Im Kongo wurden 2015 mit finanzieller Unterstützung der Aktion Kleiner Prinz ein Kindergarten und eine moderne Geburtsstation gebaut. Wochen nach der Fertigstellung gab es Sturmschäden in Babdundu, und es konnte kurzfristig mit 2.000 € geholfen werden. Partner dort ist Dr. Otte, als Warendorfer vielen bekannt. Außerdem stellte die Aktion Kleiner Prinz Mittel für die zahnärztliche Versorgung zur Verfügung. Im Augenblick werden Gelder für eine Werkstatt geplant, die den Jugendlichen eine praktische Ausbildung ermöglichen soll.


Projekte, die die Aktion Kleiner Prinz regelmäßig unterstützt, sind das Reha-Zentrum St.Josef in Satu Mare / Rumänien, das Waisenhaus Good Shepherd Home in Indien, das Schulprojekt in Uganda, der Bunte Kreis mit medizinischen Hilfen für Frühchen und sonstige „Sorgenkinder“ in Deutschland und in Bosnien die sozialen Projekte der Oase, das Schulprojekt von Bread of Life in Prijedor und der Kindergarten Tuzla.
Beim Hoffnungslauf am 30. Mai 2015 machten sich insgesamt 2053 Menschen für die gute Sache auf den Weg. Trotz wechselhaften Wetters legten sie insgesamt 18.089 Kilometer zurück, „erliefen“ somit 18.089 Euro für die Kinderhilfsprojekte der Aktion Kleiner Prinz.


Mit Schreiben vom 23. Juni 2015 erhielt unser Schatzmeister die erfreuliche Nachricht, dass das DZI der Aktion Kleiner Prinz auch 2015 das DZI-Spendensiegel zuerkannt hat. Wir erhalten dieses Siegel seit 2002 in ununterbrochener Folge.
Am Samstag, dem 27. Juni 2015 übernahm die Deutsche Säbel-Nationalmannschaft offiziell die Schirmherrschaft für die Aktion Kleiner Prinz. Die Mannschaft ist sehr erfolgreich: 2014 wurde sie sensationell in Kazan Mannschafts-Weltmeister und 2015 Europameister in Montreux. Bei einem persönlichen Besuch in Warendorf besiegelten Max Hartung und Benedikt Wagner die Partnerschaft.


Vom 26. September bis einschl. 3. Oktober 2015 fand in der Halle an der Beckumer Str. 36 und im Außengelände der jährliche Trödelmarkt statt. Da das ganze Jahr über gesammelt, sortiert und verpackt worden war, gab es ein riesiges Angebot. Am Abend des letzten Tages stand fest, dass fast 40.000 Euro für die Kinderhilfsprojekte der Aktion Kleiner Prinz erwirt- schaftet wurden. Zu erwähnen ist, dass unsere Helferinnen und Helfer vor dem Trödelmarkt erst einmal die Halle ausräumen mussten, die wochenlang für die Einkleidung von Flüchtlin- gen genutzt worden war. Der Zeitplan schien kaum realisierbar, aber es klappte: Alles wurde rechtzeitig fertig, und der Trödelmarkt konnte, den rund 80 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sei Dank, pünktlich beginnen.
Im Warendorfer Weihnachtswäldchen übernahm die Aktion Kleiner Prinz auch 2015 für meh- rere Tage das Stockbrotbacken.


2015 konnten im Rahmen der Weihnachtspäckchenaktion rund 9.000 Pakete an rumänische Kinder verschickt werden. Darüber wird Herr Dr. Schubert gleich einen Film zeigen, der wunderbar festhält, wie viel Arbeit, Engagement und Herz diese Aktion begleiten. Auch die Weihnachtspäckchenaktion der Caritas unterstützten wir wieder finanziell. 130 Päckchen für Kinder aus sozial schwachen Familien konnten gepackt werden.
Weitere 100 Päckchen wurden von Aktiven der Aktion Kleiner Prinz direkt an Asylbewerber- kinder und Kinder aus sozial schwachen Familien verteilt.


Die erste Veranstaltung des Jahres 2015 war eine Dankeschönfeier für unsere Helferinnen und Helfer im Kneipp-Vereinshaus an der Beelener Straße, ein besonders netter, ab- wechslungsreicher Abend, mit dem Überraschungsbesuch des Prinzen Karneval.
Die letzte Veranstaltung des Jahres ist traditionell das Kindertheater. Christoph Bäumer vom Theater Don Kid’schote, Münster, ist seit Jahren in der Vorweihnachtszeit im Warendorfer TAW ein gern gesehener Gast. 2015 spielte er zur Freude der Kinder, wie auch der erwachsenen Begleiter, sein Stück „Don Kid’schote will Ritter werden“. Mehr als 600 begeisterte Kinder wurden im Theater zu Rittern und Ritterinnen.


Zu Beginn berichtete ich, dass das vorherrschende Thema die Flüchtlingskrise war. So war auch ein ganz besonderer Kraftakt der Transport nach Idomeni. Der konkrete Kontakt dorthin- ja immer unsere unabdingbare Voraussetzung - war besonders schwierig und kam durch die Hilfe unseres Gründers Klaus Schäffer zustande. Auch die Art der Lieferung hatte besondere Anforderungen. Mussten doch alle Kleidungen so sortiert sein, dass sie direkt verteilt werden konnten. Also galt es, Kisten mit Damenjacken, eine andere mit Damenhosen usw zu packen, für die Packerinnen Höchstanforderungen. Da möchte ich besonders Petra Brühl mit ihrem gesamten Team herzlich danken, die diese Stresssituation mit eisernen Nerven gemeistert hat.
Weitere neun Transporte gingen nach Rumänien, neun nach Bosnien.


All diese Aktivitäten können nur gelingen, weil sich viele Menschen tatkräftig einsetzen. Ihnen allen sage ich ein herzliches Dankeschön! Wenn mir zu dem Dank eine Steigerung einfallen würde, ich würde gern diese Ausdrücke wählen: besonderer Dank, höchster Dank, Superdank, alles ist mir eigentlich immer noch nicht aussagekräftig genug.
So verweise ich auf eine mehr als wichtige Einladung und Entscheidung.
Um all diese Hilfseinsätze zu erleichtern, um doppelte Wege zur Dr.Rau-Allee und nach Freckenhorst zu vermeiden, um aus der Enge, die keinen Platz lässt zum Drehen und Wenden, herauszukommen, haben wir den Bau einer neuen Halle beschlossen und bereits ein Grundstück von der Stadt günstig kaufen können. So sollen Immobilien, die wir zur werterhaltenden Anlage geerbt haben, für einen guten Zweck verwendet werden. Das Grundstück liegt im Gewerbegebiet vor dem Wertstoffhof. Die Unterschrift beim Notar ist getan, es wird exakt vermessen, und der Bauantrag ist gestellt.
Dieses möchten wir als besonderen Anlass wählen und es Euch Allen vorstellen.
Bei einem Helfer-Dankeschöntreff am 1. Juli möchten wir auf unserem neuen Grundstück einen gemeinsamen Start feiern. Dazu lade ich Sie herzlich ein, vielleicht gelingt der Dank an alle besser durch Taten als durch Worte.

Letzte Änderung am Sonntag, 16 Oktober 2016 20:59
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