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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Jahresbericht 2014

Der Beginn des Jahres 2014 wurde noch stark durch die Hilfen für Oper der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen geprägt. Unsere Projektpartnerin Teresita Koopmann setzte im Januar ihre Direkthilfen im Katastrophengebiet fort. Nach der Verteilung von Lebensmitteln auf der Insel Cebu versorgte sie auf der Insel Bantayan, wo zu dem Zeitpunkt noch immer 30.000 Menschen obdachlos waren, viele Familien mit Dachblechen, damit sie sich vor dem tropischen Regen schützen konnten. Außerdem gelang es ihr trotz der katastrophalen Bedingungen, ein Gesundheitszentrum in Madridejos instandsetzen lassen. Mit finanzieller Hilfe der Aktion Kleiner Prinz wurde auch eine Grundschule in Madridejos wieder aufgebaut. Weitere Einzelheiten wird Ihnen das Ehepaar Koopmann später selbst berichten. Nach den ersten Hilfsmaßnahmen konnte die Aktion Kleiner Prinz in Zusammenarbeit mit den Steyler Missionaren inzwischen 63 einfache Wohnhäuser für obdachlose Familien bauen. Weitere Baumaßnahmen sind geplant.


Im Februar 2014 reisten Dr. Timm Schubert, Dieter Grothues und ich mit Thomas Diehl nach Haiti, um die Fortschritte beim Bau des Waisenhauses zu begutachten. Alles war auf einem guten Wege: die Schule bereits fertig, die Häuser für Jungen und Mädchen im Bau. Inzwischen sind übrigens sowohl das Mädchen- als auch das Jungenhaus bis auf Kleinigkeiten fertig gestellt, so dass wir das Projekt als abgeschlossen betrachten können.

Die schweren Überschwemmungen in Bosnien im Mai 2014 hinterließen ein Bild der Zerstörung und Verwüstung. Es gab Tote, die Häuser von Tausenden bosnischen Familien und die Infrastruktur waren zerstört. Auch in der Stadt Sanski Most, der Heimat unseres Projektpartners Daniel Sekic, hatten viele Menschen ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Gemeinsam mit ihm brachten wir mehrere Hilfstransporte auf den Weg. Da der bosnische Staat allein wirtschaftlich nicht in der Lage war, die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen, ließ Daniel Sekic im Sommer mit finanzieller Hilfe der Aktion Kleiner Prinz Klassenräume und den Musikraum der "Ersten Sanska“ Grundschule in Sanski Most renovieren. Die Arbeiten wurden im Herbst von ihm persönlich kontrolliert. Auf seiner Projektreise nach Bosnien und Herzegowina im November konnte auch Projektleiter Dieter Grothues die fünf renovierten Klassenräume in Augenschein nehmen. Schulleiter Asmir Karbeg bedankte sich ausdrücklich bei der Aktion Kleiner Prinz für die schnelle und unbürokratische Hilfe. Er sagte, endlich könne der Unterricht wieder vormittags im Erdgeschoß stattfinden, und der bis in den Abend gehende 2-Schichtbetrieb im 1. Stock habe nun ein Ende.

Die Oase, die sich in Bosnien um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert, war ebenfalls von der Flut betroffen. Sie wurde 2014 zusätzlich zum üblichen Budget mit 5.000 Euro für die Beseitigung von Flutschäden unterstützt.
Ebenfalls in Bosnien setzte die Aktion Kleiner Prinz 2014 die Unterstützung eines Schulprojekts der Organisation Bread of Life fort. Dank dieser Unterstützung können 30 Kinder aus bedürftigen Familien eine Schule besuchen. Wie überall, ist auch in Bosnien Bildung der einzige Weg aus der Armut. Dazu möchte die Aktion Kleiner Prinz Hilfestellung geben.


Die schrecklichen und grausamen Berichte aus Nahost reißen nicht ab und sind unerträglich. Wir riefen zu Spenden für Kinderhilfe Nahost auf. Direkt in den Krisengebieten können wir kaum etwas tun. Aber immer mehr vom Krieg betroffene Familien werden zu Flüchtlingen, müssen ihre Heimat verlassen und finden sich in einem Land wieder, dessen Sprache sie nicht beherrschen. Viele von ihnen kommen zunächst nach Friedland. Das ehemalige Durchgangslager fungiert heute als Erstaufnahmeeinrichtung für Menschen aus Syrien, dem Iran, Irak, Afghanistan und Eritrea. Die Flüchtlinge bleiben hier einige Wochen, ehe sie in die ihnen zugewiesenen Gemeinden vermittelt werden. Sprachkenntnisse sind eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Integration. Durch die private Initiative der pensionierten Realschullehrerin Christa Diebig können in Friedland Sprachkurse angeboten werden, die den Flüchtlingen die Chance geben, gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes Grund- kenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben. Da die materiellen Voraussetzungen für einen effektiven Unterricht fehlten, sprang die Aktion Kleiner Prinz ein und finanziert seitdem die Anschaffung von Bildwörterbüchern für die Schülerinnen und Schüler. Die Aktion Kleiner Prinz möchte mit dieser Unterstützung auch ein positives Zeichen setzen, besonders nach den negativen Schlagzeilen um Asylbewerberheime.

Ende 2014 konnte dank der persönlichen Kontakte eines Warendorfers ein Kontakt zur Kommune Mardin hergestellt werden. Mardin liegt nahe der türkisch/syrischen Grenze und ist dadurch Zufluchtsort für viele Flüchtlinge. Mit finanzieller Unterstüt- zung der Aktion Kleiner Prinz konnten über Frau Dr. Leyla Ferman, regionale Koordinatorin und Beraterin der jesidischen Flüchtlinge, Familien in einem Flüchtlingslager im Winter kurzfristig mit Kohle-Öfen, warmer Winterkleidung, Lebensmitteln und Kohle versorgt werden. Inzwischen haben wir auch spezielle Räume für Kinder finanziert.


Im September 2014 besuchten Dr. Timm Schubert, Klaus Chmiel und ich Elvira Pöhland in Uganda. Es war eine bewegende Projektreise, die man nicht in wenigen Worten schildern kann. Den Bericht finden Sie auf unserer Internetseite. Wir stellten fest, dass Frau Pöhland ausgezeichnete Arbeit leistet. Bereits Anfang des Jahres hatten wir beschlossen, ihr Gesundheits- und Bildungsprojekt auch 2014 mit 45.000 Euro zu finanzieren.


Nicht alle Projekte kamen bisher in diesem Bericht zur Sprache, weil sich 2014 aktuell nichts Neues ergeben hat. Hier einige Informationen:

Wie gewohnt, förderten wir die Arbeit der Caritas Satu Mare, Rumänien. Nach einem „Hilferuf“ der Caritas, die uns mitteilte, die Kleiderspenden seien stark zurückgegangen, intensivierten wir außerdem unsere Bemühungen, die Caritas mit Kleiderspenden zu versorgen.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Bunten Kreis Münsterland, der sich um Familien kümmert, in die ein frühgeborenes oder behindertes Kind hineingeboren wird, wurde 2014 fortgesetzt.
Im Kongo unterstützte die Aktion Kleiner Prinz den Bau einer Geburtshilfestation in Kalungu.


Unsere Projektpartnerin Brigitte Weiler setzte auch 2014 mit finanzieller Unterstützung der Aktion Kleiner Prinz ihre gefährlichen Hilfslieferungen für Menschen in Afghanistan und Pakistan fort. In Afghanistan half sie unter anderem Opfern des Erdrutsches, verteilte warme Winterkleidung und Medikamente.

Unsere jahreszeitlichen Aktivitäten:
Der Hoffnungslauf für Kinder in Not am Samstag nach Pfingsten, der inzwischen für viele Menschen aus Warendorf und den benachbarten Ortschaften ein fester Termin ist, brachte 2117 Menschen auf die Beine. 17.985 km legten sie insgesamt zurück. Das bedeutete 17.985 Euro für die Kinderhilfsprojekte der Aktion Kleiner Prinz, denn die Sparkasse Münsterland Ost sponsert den Lauf seit Jahren mit 1€ pro zurückgelegtem km.
Ein bewegendes Begegnungskonzert erlebten die knapp 1.000 Konzertbesucher am Sonntag 6. Juli in der ausverkauften Halle A der Sportschule der Bundeswehr. Rolf Zuckowski, ein Kinderchor aus Elster und der Freckenhorster Kinderchor hatten einen bunten Reigen bekannter und neuer Lieder vorbereitet. Kleine wie große Be- sucher sangen und klatschten begeistert mit. Zum Nachdenken regte ein kurzes Mu- sical an, in dem die Kinder aus dem Hochwassergebiet ihre Eindrücke schilderten. Mit diesem Konzert bedankten sich Rolf Zuckowski und die Kinder aus dem ehemaligen Hochwassergebiet an der Elbe für die Hilfe der Menschen aus der Warendorfer Region.


Kurz nach dem Ende des Trödelmarktes stand am 3. Oktober das tolle Ergebnis fest: 36.140 Euro wurden an den sieben Verkaufstagen für die Kinderhilfsprojekte der Aktion Kleiner Prinz erwirtschaftet. Rund 80 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer waren an den Verkaufstagen und schon Wochen vorher unermüdlich im Einsatz. Besonders gefreut haben sich alle Beteiligten über die gute Stimmung während des Trödelmarktes. Es wurde gelacht und gefeilscht, und es gab viele nette Gespräche und positive Rückmeldungen der Besucher.
Vom 28.11. - 4.12. übernahm die Aktion Kleiner Prinz im Warendorfer Weihnachts- wäldchen das Stockbrotbacken.


Weihnachtspäckchenaktionen:
Nach mehrmaligem, fast ungläubigem Kontrollieren der Liste stand fest, dass bis zum Nachmittag des 26. November insgesamt rund 12.000 Päckchen für bedürftige rumänische Kinder gespendet wurden. Einige Spender nutzten die Gelegenheit, ihre Päckchen noch nachträglich am Zentrum der Aktion Kleiner Prinz an der Beckumer Straße abzugeben, wo einer der LKW am Nachmittag mit dringend benö- tigten Hilfsgütern komplettiert wurde. Alle Päckchen konnten noch angenommen und eingeladen werden und brachten viel Weihnachtsfreude zu bedürftigen rumänischen Kindern.
Aber nicht nur in Rumänien, sondern auch in Deutschland gibt es Kinder, denen die Eltern zu Weihnachten nichts oder nur wenig schenken können. Deshalb finanziert die Aktion Kleiner Prinz seit sechs Jahren eine Aktion der Caritas. In Absprache mit den Eltern packen die Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Bereichen der regionalen Caritas ganz besondere Päckchen. Sie enthalten Dinge, die die Kinder sich sehnlichst wünschen oder dringend benötigen. 2014 wurden 130 Päckchen gepackt. Erstmalig wurden im Dezember auch knapp 80 Päckchen für Kinder von Asylbewerbern und Flüchtlingen gepackt, die zu Weihnachten kaum weitere Geschenke zu erwarten haben. Die Freude der beschenkten Kinder und Familien war bewegend und hat die verteilenden Helfe- rinnen und Helfer der Aktion Kleiner Prinz ihrerseits reich beschenkt.

Kindertheater:
Maxx Wolke, der in Himmelshausen direkt neben dem Himmalaya lebt, reparierte am 2. Dezember im Warendorfer TAW kaputte oder nicht zu Ende geträumte Träu- me. Maxx Wolke alias Christoph Bäumer vom Theater Don Kid'schote, Münster, be- geisterte in zwei ausverkauften Vorstellungen Kinder und Erwachsene mit seiner phantasievollen Darstellung eines überforderten Tüftlers. Die Kinder äußerten lautstark ihre Meinung, wenn Maxx Wolke auf Irrwege geriet und seine wunderbare Werkstatt durch eine Traumfabrik ersetzte.


Dank:
Ein solcher Jahresrückblick zeigt, wie vielfältig und intensiv unsere Aktivitäten waren, und es ist leicht vorzustellen, welche Organisation, wie viele Hände, wie viele Stunden Einsatz, nötig waren, um das zu stemmen. Jedem Einzelnen möchte ich herzlich im Namen Aller danken. Ich könnte viele einzelne Namen nennen, deren Einsatz beim Packen, beim Sortieren, beim Fahren, beim Schreiben, beim Planen, beim Verkaufen.... besonders groß ist. Mögen sich alle Helfer besonders angesprochen fühlen und möge das gute Gefühl, Kindern zu helfen, alle erfüllen. Das ist unser eigentlicher Dank.

Letzte Änderung am Sonntag, 16 Oktober 2016 21:18
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