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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Jahresbericht 2009

Im Jahr 2009 lag unser Hauptaugenmerk auf dem Bethesda Krankenhaus im Kongo.
Zur Erinnerung: Im Herbst 2008 waren erneut die kriegerischen Auseinandersetzungen aufgeflammt und das seit 2002 von der Aktion Kleiner Prinz unterstützte Krankenhaus wurde zur Sammel- und Rettungsstelle für unzählige verletzte und total erschöpfte Flüchtlinge mit vielen Kindern. Aufgrund einer spontanen Spendenaktion waren wir in der Lage mit 43 000€ schnell zu helfen.
Wie bedrückend die Lage vor Ort auch im Jahre 2009 war, erfuhren wir am 16. Februar bei einem Besuch von unserm Mitglied, dem aus Warendorfer stammenden Arzt Herrn Dr. Otte, langjähriger Unterstützer des Bethesda-Hospitals in Goma, Kongo, und Herrn Dr. Molo, Präsident der baptistischen Kirche in Zentralafrika und Abgeordneter des Parlamentes in Kinshasa. Sie schilderten die konkrete Lage und stellten dar, wie wichtig der Bau eines Kinderkrankenhauses sei. Der Vorstand erklärte sich bereit, das Bauprojekt zu unterstützen und einen möglichst großen Teil der Kosten zu übernehmen. Es wurde beschlossen, die Erlöse aus sämtlichen Aktivitäten des Jahres 2009 für den Bau des Kinderkrankenhauses zu verwenden. Es folgten Planungen, immer im engen Kontakt mit unserm Projektleiter Herrn Grothues. Am 5. November 2009 kam dann die erfreuliche Nachricht, man hatte mit den Bauarbeiten für das Kinderkrankenhaus in Goma begonnen.
Ein großzügiger Finanzgeber für das Projekt ist die Johannes-Beese-Stiftung.
Voraussetzung für viele Spender, die auf uns durch das Internet oder andere Wege aufmerksam werden, ist das Spendensiegel. Im August 2009 wurde der Aktion Kleiner Prinz zum siebten Mal in Folge das Spendensiegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für Soziale Fragen) zuerkannt. Diese Auszeichnung bescheinigt ihr einen verantwortungsvollen Umgang mit den ihr anvertrauten Spendengeldern und muss jedes Jahr neu beantragt werden. Diesen nicht unerheblichen Arbeitsaufwand leistet übrigens seit 2002, dem Jahr des ersten Antrags, unser Schatzmeister Helmut Westekemper.
Neben dieser Krankenhausplanung haben wir unsere weiteren Projekte nicht vernachlässigt.
So wurde u.a. das Waisenhaus in Indien weiterhin unterstützt. Diese Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig. Wenn auch die Presse nicht mehr, wie in diesem Fall, von den Tsunamiopfern spricht, fühlen wir uns weiterhin verpflichtet.
Im Norden Afghanistans hat Frau Weiler mit unserer Unterstützung Kleider verteilt und die Shabaklinik mit Medikamenten versorgt. Etwas Besonderes war die Kontaktaufnahme mit Afghanistan durch die beiden Radfahrer. Am 28. März verabschiedeten Vorstand und zahlreiche Helferinnen und Helfer anlässlich eines Helfertreffens Klaus Benning und Jörn Fischer, die 17.500 km mit dem Rad zurücklegen wollten, um auf die Arbeit der Aktion Kleiner Prinz aufmerksam zu machen. Außerdem war ein Treffen mit Ammanu geplant, dem afghanischen Jungen, der 2004 mit finanzieller Hilfe der Aktion Kleiner Prinz am Herzen operiert und vollkommen geheilt werden konnte. Ihr Weg sollte die Radler in die Ukraine und weiter über die alte Seidenstraße durch China bis nach Wladiwostok führen. Wie sich später herausstellte, konnte das Treffen mit Ammanu dann leider doch nicht realisiert werden. Die Radfahrer erhielten aber in einem Telefonat mit dem damaligen Dolmetscher die Gewissheit, dass es Ammanu gut geht.
Die wirtschaftliche Lage der Menschen, vor allem auch der Kinder, in Bosnien-Herzegowina ist nach wie vor verzweifelt. Der Verein OASE in Banja Luka kümmert sich in vorbildlicher Weise um Kinder, Jugendliche und Familien in Not. Im Januar beschloss der Vorstand der Aktion Kleiner Prinz, die OASE weiterhin mit jährlich 25.000 Euro zu unterstützen.
Am 1. November 2009 reisten fünf Vorstandsmitglieder der Aktion Kleiner Prinz auf eigene Kosten nach Bosnien, um sich einen Eindruck von der Lage dort im Allgemeinen und der Arbeit des Projektpartners OASE im Besonderen zu verschaffen. Sie kehrten zurück mit der Nachricht, dass sich die Lage in Bosnien noch immer nicht gebessert hat und dass viel mehr getan werden müsste als bisher. Das Budget der OASE wurde von jährlich 25.000 Euro auf 30.000 Euro erhöht.
Ende des Jahres 2009 ging der 140. Hilfstransport der Aktion Kleiner Prinz nach Rumänien auf die Reise. Margret Grothues, die seit 10 Jahren die Hilfstransporte koordiniert hatte, übergab zum Jahresende aus privaten Gründen die Leitung der Hilfstransporte an Wolfgang Wohlgemuth.
Es folgten die Vorbereitungen für eine Großveranstaltung in der Warendorfer Innenstadt. Wieder einmal sollte das von Herrn Dr. Totzek initiierte Froschrennen stattfinden, zum zweiten Mal zu Gunsten der Aktion Kleiner Prinz. Gleichzeitig plante der Vorstand einen „Hoffnungslauf für Kinder in Not“ der in Zukunft regelmäßig einmal jährlich stattfinden soll. 2009 wurde der Samstag nach Christi Himmelfahrt, der 23. Mai 2009, als Termin gewählt, in Zukunft soll es immer der erste Samstag nach Pfingsten sein. Vieles war zu überlegen und zu koordinieren, und die Hilfe vieler Menschen war nötig, um diese Großveranstaltung durchzuführen. Es gab eine Vorbereitungsrunde mit allen beteiligten Vereinen und Gruppierungen. Am Veranstaltungstag stellte sich heraus, dass sich die Arbeit aller Beteiligten in jeder Hinsicht gelohnt hat: Bei strahlendem Sonnenschein machten sich 1393 Menschen einzeln oder in Gruppen, gemütlich schlendernd oder in flottem Lauf, auf den Weg. Insgesamt kamen 6517,5 Kilometer zusammen. Die Sparkasse Münsterland Ost als Sponsor des Laufes hatte zugesagt, jeden zurückgelegten Kilometer mit einem Euro aufzuwiegen. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses stockte sie den Betrag spontan auf 7.000 Euro auf.
Ein lustiges, buntes Bild bot kurz nach 16 Uhr die Ems. 1096 rote Plastikfrösche schwammen um die Wette in Richtung Teufelsbrücke.
Der Erlös aus beiden Veranstaltungen wurde für den Bau des Kinderkrankenhauses in Goma / Kongo bereit gestellt.
Im Frühherbst begannen die Vorbereitungen für den dritten großen Trödelmarkt der Aktion Kleiner Prinz. Als Termin wurde der 4. Oktober 2009, 10 – 16.30 Uhr, festgelegt. Unzählige wertvolle Sachspenden wurden angenommen, gesichtet, sortiert, eingeräumt und schließlich verkauft. Dabei waren rund 60 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Dank der eigenen Halle und eigenen Tischen war es möglich, einen einwöchigen „Nachtrödel“ zu veranstalten. Danach stand fest, dass der Trödelmarkt den schönen Betrag von mehr als 17.000 Euro eingebracht hatte.
Bereits im Oktober waren die Vorbereitungen für die alljährliche Weihnachtspäckchenaktion angelaufen. Besonderen Auftrieb gab allen Beteiligten ein dringender Hilferuf der Caritas Satu Mare, einer der beiden Projektpartner in Rumänien. Die von ihr betreuten bedürftigen Familien spüren die Auswirkungen der Finanzkrise mehr und mehr. Viele Menschen sind arbeitslos geworden, viele Gehälter wurden gekürzt. "So stehen viele Familien vor der Frage, wie sie die Heizung im Winter finanzieren können und wie viel Geld noch für Lebensmittel übrig bleibt", berichtete Frau Löchli, Direktorin der Caritas Satu Mare. Der Vorstand der Aktion Kleiner Prinz beschloss, die von der Caritas betreuten bedürftigen Familien zu Weihnachten mit einer Sonderzuwendung zum Kauf von Grundnahrungsmitteln zu unterstützen.
Die Weihnachtspäckchenaktion am 2. Dezember lief wieder reibungslos ab, nicht zuletzt dank der rund 40 ehrenamtlichen Helfer, die den ganzen Tag unermüdlich im Einsatz waren. Koordiniert wurde die Aktion wieder von Marie-Luise Mönnigmann und Marion Schubert, die schon Wochen zuvor Abholtermine und – orte abgestimmt und Helferinnen und Helfer an ihre Einsatzorte geschickt hatten. So konnten insgesamt 10.300 Päckchen für bedürftige Kinder in Rumänien auf die Reise geschickt werden. Die Caritas Satu Mare schrieb in einem Dankschreiben wörtlich: „Vielen Dank an all die kleinen und großen Nikoläuse, die diese Weihnachtstage in Festtage gezaubert haben.“ Auch der zweite Projektpartner, Sinergii in Medias, Zentralrumänien, bedankte sich herzlich für die 5.500 erhaltenen Päckchen, die diesmal überwiegend in den umliegenden Dörfern verteilt worden waren, wo die Not noch größer ist als in den Städten.
Da es leider auch in Deutschland immer mehr Familien gibt, die sich in so großer finanzieller Notlage befinden, dass sie ihren Kindern kaum etwas zu Weihnachten schenken können, packte die Aktion Kleiner Prinz 2009 erstmalig seit ihrem Bestehen Päckchen auch für deutsche Kinder. Insgesamt 90 Päckchen wurden verteilt, ein Teil davon durch die engagierten Mitarbeiterinnen des Caritasverbands im Kreisdekanat Warendorf. Diskretion und Datenschutz sind uns wichtig. Deshalb waren den Helfern der Aktion Kleiner Prinz die Namen der zu beschenkenden Familien natürlich nicht bekannt, wohl aber ihre Wünsche. Schon im Vorfeld hatten die Mitarbeiterinnen der Caritas die von ihr betreuten Familien gefragt, was sie besonders dringend brauchten. Damit war gewährleistet, dass die Geschenke in den Familien gut ankamen und Freude bereiteten.
Am 8. Dezember gastierte Christoph Bäumer vom Theater Don Kid’schote, Münster, im Theater am Wall. Bei den Kindern in Warendorf und Umgebung ist er seit Jahren bekannt und beliebt. Diesmal reparierte er als „Maxx Wolke“ viele bunte Kinderträume. Mehr als 700 Kinder verfolgten in atemloser Spannung das Geschehen auf der Bühne Da Christoph Bäumer auch diesmal, wie seit Beginn seines Engagements im Jahre 2004, auf seine Gage verzichtete, kam der Erlös in voller Höhe dem Kinderkrankenhaus in Goma / Kongo zugute.
Am 15. Dezember beschloss der Vorstand der Aktion Kleiner Prinz, ein Schul-Projekt in Pakistan finanziell zu unterstützen. Durch das Projekt wird Kindern eine Chance gegeben, die sonst keine Möglichkeit hätten, eine Schule zu besuchen. Der Schuldirektor ist Deutscher und wird regelmäßig vor Ort berichten. Pro Kind und Jahr werden ca. 100 Euro benötigt. Das Projekt kann später ggfs. auch auf die Unterstützung eines Rehabilitationsprogramms für Kinder und Jugendliche ausgeweitet werden, die aus Trainingscamps der Taliban befreit wurden.
Zu berichten wäre noch über viele weitere Einsätze mit Info- und Waffelständen und unzählige Arbeitseinsätze zum Sortieren von Sachspenden für Hilfstransporte und Trödelmarkt im Zentrum der Aktion Kleiner Prinz. Außerdem wurde unter Leitung von Frau Trautner und Mitwirkung freiwilliger Helferinnen der Aktion Kleiner Prinz ein Fotokurs organisiert, an dem Kinder verschiedener Schulformen mit Begeisterung teilnahmen. Eine Ausstellung dieser Fotos zeigte tolle Ergebnisse.
Allen, Helfern, Spendern, Mitgliedern, Vorstandsmitgliedern, Ihnen Allen gilt ein ganz besonderer Dank. Ohne Ihre Hilfe könnte keine Hilfe geleistet werden und ich keinen solchen erfreulichen Bericht vortragen. Danke im Namen aller, die unsere Hilfe erreicht hat.


Warendorf, im April 2010
Maria Mussaeus, Vorsitzende

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