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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Jahresbericht 2004

Im Jahr 2003 begann für unsere Kinderhilfsorganisation ein neues Projekt in der Stadt Goma, ehemals Zaire, heute Republik Kongo. Nach einem schweren, verheerenden Vulkanausbruch wurde Goma fast vollständig zerstört, ebenso das dortige Virunga Hospital. So entstand am Rande der Stadt zunächst ein Provisorium als Feldhospital, welches dann durch ein Krankenhaus in Festbauweise ersetzt werden sollte. Nachdem 2003 mit unserer Hilfe der OP-Trakt errichtet worden war, beschlossen wir im Januar 2004, den Bettenhausbau mit 35 000 Euro zu fördern. Unser Mitglied Dr. Bernd Otte aus Wipperfürth hält regelmäßigen Kontakt zu diesem Projekt und ist schon mehrfach vor Ort gewesen, zuletzt im September 2004.

Im Februar 2004 starteten unser 76. und 77. Transport nach Satu Mare/Rumänien mit 175 Kubik neuwertiger Kinder- und Jugendkleidung. Schon im April folgte rasch der 78. und 79. Hilfstransport, ebenfalls nach Satu Mare, mit 16 000 Teilen Kinder- und Jugendkleidung. Im Jahr 2003 konnten wir durch großzügige Unterstützung des Unternehmens Takko Modemärkte ca. 80 000 Teile solch neuwertiger Kleidung zur Caritas Satu Mare bringen, die für die Verteilung an hilfsbedürftige Kinder, Jugendliche wie auch Familien zuständig ist.

Zum dritten Mal in Folge wurde uns im April 2004 das DZI Spendensiegel zugesprochen, als Qualitätssiegel für satzungsgemäßen Einsatz der Spendengelder. Ein Dossier kann über das DZI Berlin, www.dzi.de, angefordert werden.

Im Mai 2004 fand in Bukarest das 5. Internationale Kolloquium der „Generatia Foundation“ statt, bei dem 120 junge Fachleute der Kinder- und Jugendpsychotherapie aus Rumänien wie auch aus Osteuropa zusammenkamen. Seit 1998 fördert die Aktion Kleiner Prinz das Projekt Generation, welches den Aufbau einer qualifizierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Rumänien zum Ziel hat. Derzeit arbeiten ca. 12 Fachkräfte in diesem Projekt.

Im Mai 2004 wurde das Haus für die vier verwaisten Kinder aus Banja Luka/Bosnien fertiggestellt, welches mit Hilfe unserer Spender möglich war. Durch diese Hilfe konnte verhindert werden, dass die Geschwister infolge des Todes beider Eltern in ein Waisenhaus mussten. Onkel und Tante haben die Fürsorge übernommen. Begleitet wird diese Sorge um die Kinder durch Mitarbeiter unseres psychosozialen Projektes Oase in Banja Luka.

Im Mai 2004 forderte die verheerende Flüchtlingskatastrophe im Sudan, Darfur-Region, unser Engagement. Seit März 2003 befanden sich ca. 800 000 Menschen auf der Flucht vor marodierenden Rebellengruppen. 110 000 Menschen flohen in den grenznahen Tschad und waren von Hunger und Krankheiten bedroht. In Zusammenarbeit mit Caritas International unternahm AKP eine Hilfsinitiative, so dass bereits im Juni 2004 1050 Familienzelte von Dubai in den Tschad geflogen werden konnten, um ca. 7 000 Flüchtlingen Obdach zu geben. Wir stellten für diese Hilfe 50 000 Euro zur Verfügung.

Jubiläum im Juli 2004: Unser 80. Transport startet nach Rumänien. Mit an Bord zwei gespendete Reitsättel für das therapeutische Reiten in einem Heimprojekt in Homorrod.

Ende Juli 2004 landet der 10jährige, schwer herzkranke Ammanuh aus Afghanistan auf dem Frankfurter Flughafen, in Begleitung von Klaus Benning, gebürtig aus Saerbeck bei Münster, der als Krankenpfleger in einem Hilfsprojekt im Hindukush gearbeitet hat. Der kleine Ammanuh ist unmittelbar vom Tod bedroht, erfolgt nicht rasch eine rettende Herzoperation. Mit unserer Hilfe konnte der kleine Junge Anfang August 2004 in der Herzchirurgie Münster erfolgreich operiert werden. Ammanuh erwacht aus der Narkose: „Alles klar!“, sagt er zum Erstaunen der Ärzte auf der Intensivstation. Nach Erholungsurlaub bei der Familie Benning in Saerbeck kehrte Ammanuh in Begleitung von Klaus Benning Mitte September 2004 in sein Bergdorf im Hindukush zurück. Der Opa des Jungen, ein Dorfältester, war zunächst verärgert über die überraschende Rückkehr des Jungen, da ihm keine Zeit vergönnt wurde, ein Schaf für das Gastmahl vorher vorzubereiten.

Im Juli 2004 findet das Internationale Warendorfer Froschrennen statt am Emskolk, wobei in diesem Jahr erstmals der Reinerlös zugunsten unserer Kinderhilfsorganisation gedacht ist. Durch Sponsoring der Sparkasse Münsterland Ost und durch das Engagement zahlreicher AKP-Helfer wird dieses einmalige Ereignis, wo Spaß und Hilfe sich verbinden, zum großartigen Erfolg.

Im September 2004 gedenken wir mit vielen Warendorfer Kindern und Jugendlichen teilnehmender Schulen der Opfer des Terroranschlags von Beslan/Russland, wo am 3.September 2004 335 Menschen getötet wurden, davon 156 Kinder. Die Gedenkfeier fand in der St. Laurentius Kirche Warendorf statt.

Im November 2004 gastierte der bekannte niederländische Klaviervirtuose und Komponist Fred Oldenburg im TAW in Warendorf. Dieses Benefizkonzert erfreute so manche Zuhörer.
Ebenfalls im November 2004 wurde die neue CD des Kinder- und Jugendchores Freckenhorst vorgestellt: Weihnachtslieder für Kinder dieser Welt. Ein Teil dieses Erlöses gewidmet für unsere Projektarbeit. Wir freuen uns über solche schönen Hilfestellungen.

Noch im November 2004 startete der 82.Transport nach Satu Mare/Rumänien.

Am 1. Dezember 2004 dann das alljährliche Highlight unserer Aktion Kleiner Prinz:
Zum 10. Mal findet unsere Weihnachtspäckchenaktion „Ich schenk Dir meinen Stern!“ statt. Bisher gingen insgesamt ca. 62 000 dieser weihnachtlichen Kinderüberraschungen an Kinder und Jugendliche in benachbarte Krisenländer. Auch in 2004 beteiligten sich über 120 Einrichtungen aus nah und fern, Kindergärten, Tagesstätten wie auch Schulen aller Stufen an dieser schönen Weihnachtsaktion. Zwei 20 Tonnen Trucks mit je 100 Kubik wurden auf dem Wilhelmsplatz in Warendorf beladen und machten sich dann gegen Mittag auf die Reise nach Mediash und Satu Mare in Rumänien. Mehr als 10 000 Päckchen gingen auf den Weg.

Ein weiteres vorweihnachtliches Glanzlicht gab es am 6. Dezember im Theater am Wall in Warendorf. Das Theater „Don Kid’schote“ aus Münster erfreute Kinder und Erwachsene mit drei Benefiz-Vorstellungen des Weihnachtsmärchens „William Goldtaler II“, frei nach Dickens.

Im Januar 2005 beschließt unsere Aktion die Förderung eines Waisenhausprojektes in Lalgudi im Südosten Indiens, Bundesstaat Tamilnadu, ca. 90 km von der Küste entfernt. Diese Region wurde schwer durch die Flutkatastrophe verwüstet, allein 8 000 Tote waren hier zu beklagen. Durch Kontakt mit dem katholischen Pfarrer Victor, der Leiter der Navadeebam Educational Social Trust (NEST) ist, einer quasi indischen Hilfsinitiative für verwaiste Kinder, aber auch andere sozial schwache Kinder, die eine Chance zum Schulbesuch erhalten sollen, wird jetzt ein schönes Hilfsprojekt realisiert: Der Bau eines Waisenhauses für ca. 50 Kinder, die Opfer der Flutkatastrophe wurden. Im Februar 2005 wurden die Planungen fertiggestellt. Ca. 700 qm Wohnfläche für 50 Kinder von 5-15 Jahren, betreut von 5 Erziehern. Unsere Aktion trägt die Realisierungskosten in Höhe von ca. 50 000 Euro. Außerdem sollen diese Waisenkinder bis zu ihrer Schulentlassung finanziell abgesichert sein und in ein später selbstständiges Leben begleitet werden. Das Waisenhaus in Lalgudi soll jetzt ihr neues Zuhause werden.

Am 27. Februar 2005 erfolgte die Grundsteinlegung für das Waisenhaus.

Über unsere laufenden Projekte sind ständig Informationen auf unserer homepage:
www.Aktion-Kleiner-Prinz.de abrufbar.

So war dieses Vereinsjahr 2004-2005 wiederum ein engagiertes Jahr der vielfältigen Hilfen für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten. Zum vierten Mal wurde uns jetzt erneut das DZI Spendensiegel 2005 zuerkannt. Mein Dank gilt unserem Vorstand für die kontinuierliche Arbeit, die uns allen viel Freude bereitete, insbesondere aber auch unserem Büro-Team, welches für Präsenz jeweils donnerstags sorgt. Auch danke ich Margret Grothues, die schon seit einigen Jahren einen Weihnachtsstand auf dem Weihnachtsmarkt mit eigenem Team organisiert. Ebenfalls Beate Färber, die sich seit Jahren engagiert für die Organisation der Weihnachtspäckchenaktion einsetzt, letztlich ihr persönlicher Erfolg, so viele Einrichtungen für eine Teilnahme zu begeistern. Ungenannt bleiben alle großen und kleinen Helfer im Hintergrund, aber danken wollen wir ihnen von Herzen für die großartige Unterstützung, ohne die unsere Arbeit nicht möglich wäre.

Klaus Schäffer
Vorsitzender
Warendorf, den 14. März 2005

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