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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Jugendzentrum Ljubija

Ljubija ist ein Dorf mit 5000 Einwohnern in der Nähe der Stadt Prijedor in Bosnien und Herzegowina, ca. 1 Autostunde von der kroatischen Grenze entfernt.
Das äußere Erscheinungsbild des Ortes lässt darauf schließen, das Ljubija schon bessere Tage gesehen hat. Im ehemaligen Jugoslawien, zu Tito´s Zeiten, war das Dorf wirtschaftlich gesund. Die Eisenmine war der größte Arbeitgeber und stellte die Lebensgrundlage vieler Familien dar.
Heute, mehr als 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg und der Auflösung Jugoslawiens, ist die sozio-ökonomische Situation der Einwohner des Dorfes prekär. Die Eisenmine ist längst geschlossen. Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung durch neue Eigentümer haben sich vor einigen Jahren zerschlagen. In den Wohnungen der Bergarbeiter, die Ljubia verlassen haben, leben jetzt Flüchtlinge und Menschen mit schlechtem sozialen Status. Die Arbeitslosigkeit beträgt 70%.
171217 Projekt LjubijaDer Alltag der Erwachsenen, Kinder und Jugendlichen, ist von Tristesse bestimmt. Es gibt keine kommunalen oder kirchlichen Freizeitangebote. Der nächstgrößere Ort ist die 12 km entfernte Stadt Prijedor, die für die Jugendlichen jedoch nicht erreichbar ist, da sie sich die Busfahrkarte nicht leisten können. Begleiterscheinungen eines schlechten sozialen Status wie Drogenmissbrauch und Gewalt sind auch in Ljubija an der Tagesordnung.

2004 wurde von Bürgern aus Ljubija der Verein "Jugendzentrum Ljubija" gegründet mit dem Ziel, auf ehrenamtlicher Basis die Lebenssitution der Kinder und Heranwachsenden zu verbessern, unabhängig von ihrem sozialen, nationalen, religiösen und sonstigen Hintergrund.

Der Verein finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden. Für fast alle Projekte müssen internationale Sponsoren gefunden werden.

Die Vereinsvorsitzende ist die Sozialarbeiterin Sanela Avidic, die in den Räumen eines ehemaligen Kindergartens die Projekte leitet. Die Immobilie ist der Aktion Kleiner Prinz wohlbekannt.
In Jahre 2003 wurde mit unserer Hilfe das Gebäude umfassend renoviert und dann noch einige Jahre als Kindergarten genutzt, bis die für Ljubija zuständige Stadt Prijedor aufgrund des Rückgangs der Kinderzahlen und aufgrund der Tatsache, dass sich die Eltern den Eigenbetrag nicht mehr leisten konnten, den Kindergarten schloss. Glück Im Unglück: Seit Schließung des Kindergartens wird das Gebäude von dem Verein Jugendzentrum Ljubija mit Duldung der Stadt Prijedor als Jugendzentrum genutzt.

Beim letzten Besuch der Aktion Kleiner Prinz in Ljubija im Februar 2017 wurde eine neue Kooperation vereinbart und das Projekt "Jugendzentrums Ljubija 2017" definiert.

Das Jugendzentrum Ljubija erstellte eine Projektspezifikation, die Bestandteil eines Projektvertrages ist, der inzwischen mit der Aktion Kleiner Prinz abgeschlossen wurde.

Zielgruppe für das Projekt sind Kinder und Heranwachsende aus Ljubija im Alter von 5 bis 21 Jahren.

Durch das Projekt sollen ca.70 Kinder aus dysfunktionalen Familien unterstützt werden. Die Projektziele wurden wie folgt definiert:

1. Durch qualifizierte Unterstützung sollen die sozialen Fähigkeiten der Kinder und Heranwachsenden gestärkt werden.
2. Negative Verhaltensmuster wie Gewaltausübung, Schuleschwänzen und Drogenkonsum sollen durchbrochen werden.
3. Der Verein Jugendzentrum Ljubija arbeitet seit Jahren vertrauensvoll mit der Verwaltung und dem Jugendamt der Stadt Prijedor sowie der Grundschule "Mladen Stojanovic" in Ljubija zusammen. Die nachhaltige Zusammenarbeit wird durch die Bereitstellung von finanziellen Mittel sichergestellt.

Folgende Ergebnisse werden erwartet:

- Ein Großteil der Kinder und Heranwachsenden aus der Zielgruppe nimmt an dem Projekt teil und nimmt die Angebote wahr.
- Der geplante Infopoint, der an 6 Tagen in der Woche besetzt ist und an den sich Jugendliche bei Problemen wenden können, kann eingerichtet werden.
- Das soziale und kulturelle Leben in Ljubija wird durch die Angebote bereichert.
- 50 % der Teilnehmer aus der Zielgruppe durchbrechen ihr negatives Verhaltensmuster.
- 40 % der Eltern aus der Zielgruppe nehmen die Hilfs- und Beratungsangebote an.

Das Projekt, für das ein Finanz- und Terminplan erstellt wurde, läuft 12 Monate. Folgende Aktivitäten sind in 2017/2018 geplant:

1. Einrichtung eines Infopoints
2. Informelle Bildungsangebote wie Englischkurse
3. Mal-, Zeichen-, Foto- und Musikkurse
4. Psychologische Beratung und Unterstützung der teilnehmenden Kinder und Heranwachsenden sowie deren Eltern.
5. Aktionen in der Gemeinde Ljubija zur Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen
6. Aktionen für den Aufbau einer Bibliothek in dem Jugendzentrum
7. Überwachung und Evaluierung des Projektes. Verfassen von Projektberichten und Finanznachweisen.

Letzte Änderung am Dienstag, 19 Dezember 2017 08:34
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