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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Weitere Hilfen für Kinder in Flüchtlingslagern in der Türkei vereinbart

Anschaulich berichtete Frau Dr. Leyla Ferman, Projektpartnerin der Aktion Kleiner Prinz in der Türkei, über die Situation der Flüchtlinge in der Region Mardin im Grenzgebiet zu Syrien.
Anschaulich berichtete Frau Dr. Leyla Ferman, Projektpartnerin der Aktion Kleiner Prinz in der Türkei, über die Situation der Flüchtlinge in der Region Mardin im Grenzgebiet zu Syrien. Anlässlich eines Besuches in Deutschland war sie auch nach Warendorf gekommen, um über die erzielten Fortschritte und ihre weiteren Pläne zu berichten.

Leyla Ferman berichtetViele Jesiden, die meisten aus dem Sengal Gebirge, wollen in der Nähe ihrer Heimat bleiben, sich nicht auf den Weg nach Europa machen. Sie möchten in ihre Heimat zurückkehren, sobald es möglich ist. Aber viele lehnen es ab, in den staatlichen Flüchtlingslagern zu leben, wo ihre Freiheit rigoros beschnitten wird. In den kommunalen Einrichtungen dagegen ist das Geld knapp. Die ausländischen Finanzhilfen kommen dort nicht an.
Schnell war man sich einig, dass die Aktion Kleiner Prinz nach den drei bereits beschlossenen Projekten ein weiteres zur Betreuung der teils schwer traumatisierten Kinder in der Grenzregion Mardin finanzieren wird. Ziel dieses Projektes ist es, dafür zu sorgen, dass die Flüchtlingskinder dort ein weitgehend normales Leben führen können. Wenn Sie dazu beitragen möchten, dieses Ziel zu erreichen, spenden Sie bitte unter dem Stichwort "Flüchtlingshilfe Nahost".

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Flüchtlingshilfe in der Türkei

Siirt MädchenIm Sommer 2015 überfiel die Terrororganisation Islamische Staat (IS) die Region und die Stadt Sengal im kurdischen Landesteil des Iraks. Die dort lebenden Jesiden versuchten in das naheliegende Sengal Gebirge zu fliehen. Zehntauschende wurden vom IS ermordet oder verdursteten bei der anschließenden Belagerung. Frauen wurden vergewaltigt, entführt und versklavt.
Die Jesiden sind eine Jahrtausende alte Religion, welche aus einigen hunderttausend Gläubigen besteht, die vor allem im Sengal-Gebirge zuhause sind. Auf der Nordseite Seite des Gebirges befindet sich eine heilige Stätte. Hier ist der Religionserneuerer Scheich Adi ibn Musafir begraben. Der IS verachtet die Jesiden als Ungläubige sowie "Teufelsanbeter" und begründet damit sein brutales, menschenverachtendes Vorgehen.
Militärische Hilfe während der Belagerung durch den IS bekamen die Jesiden, die Kurden sind, von der syrisch-kurdischen Volksbefreiungseinheit (YPG) und von jesidischen Verteidigungskräften, die einen Korridor bis zum kurdischen Teil Syriens (Rojava) freikämpften. Man schätzt, dass über diesen Weg ca. 30.000 Jesiden die Flucht nach Syrien gelang. Viele zogen weiter nach Nordkurdistan/Osttürkei, wo sie seitdem weitgehend in Lagern leben. Die Camps werden entweder vom türkischen Staat oder von den lokalen kurdischen Stadtverwaltungen betrieben. Zunächst waren technische Schwierigkeiten, wie die Bereitstellung von Zelten, Nahrungsmitteln und Kleidung zu meistern. Heute kämpfen die Verantwortlichen insbesondere für ausreichende medizinische und soziale Versorgung.
Ein Jahr nach dem Völkermord von Sengal leben noch ungefähr die Hälfte der jesidischen Flüchtlinge in Lagern in den kurdischen Siedlungsgebieten in der Osttürkei. Viele Flüchtlinge sind inzwischen in ihre irakische Heimat zurückgekehrt, obwohl Sengal weiterhin umkämpft ist und ihre Zukunft dort alles andere als sicher ist.
Es sollte das Ziel aller Bemühungen der internationalen Gemeinschaft sein, dass die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren, bzw. bis zu ihrer Rückkehr menschenwürdig in heimatnahen Regionen leben können.

KiGa Siirt 2015Schule Diyarbakir2Siirt Eöffnung 2015
Mitte 2015 beschloss der Vorstand der Aktion Kleiner Prinz nachhaltige Projekte für syrisch/irakische Flüchtlinge in türkischen Flüchtlingslagern zu fördern und nahm deshalb Kontakt zu Dr. Leyla Ferman auf. Die deutsche Jesidin berät die kurdische Stadtverwaltung von Mardin in Flüchtlingsfragen. Gleichzeitig ist sie Mitglied des Vorstandes der Föderation Ezidischer Vereine in Sulingen/ Niedersachsen.
Mit ihr als Vertreterin der Stadt Mardin wurden 2015 zwei Projekte vereinbart:

  • Die Finanzierung von Kohleöfen, die im Winter 2014/2015 in Gemeinschaftseinrichtungen für Flüchtlinge in der Region Mardin eingesetzt wurden.
  • Im Mai 2015 konnte im Flüchtlingslager Siirt ein Kindergarten eingeweiht werden, für den mit Hilfe der Aktion Kleiner Prinz Möbel und Spielzeug angeschafft wurde. In dem Lager leben 768 Flüchtlinge, davon 46 unter 6 Jahren und damit im Kindergartenalter.

Für das Jahr 2016 ist mit Frau Dr. Ferman ein Projekt zugunsten der Flüchtlinge im Lager Diyarbakir-Fidanlig vereinbart worden.
In dem von der Stadt Diyarbakir betreuten Lager leben ca. 3500 Menschen, davon ca. 700 Kinder.
Neben einer Schule und einem Kindergarten wurde ein Frauenzentrum eingerichtet.
Vertreter der Stadt, jesidische Lehrer und Elternvertreter versuchen zurzeit einen geordneten Schulunterricht zu organisieren. Für die Familien ist es wichtig, ein Stück Alltag zu erleben. Die Aktion Kleiner Prinz wird diesen Prozess unterstützen und Finanzmittel für die Anschaffung von Lern- und Kommunikationsmitteln bereitstellen.

Siirt 2015 1Siirt 2015 2Siirt Tische 2015

Projektpartner ist die Föderation der Ezidischen Vereine in Sulingen, Niedersachsen.
Es ist beabsichtigt, weitere Projekte mit Frau Dr. Ferman zu besprechen und ggf. zu vereinbaren.

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