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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Erschütternder Bericht über Not von Kindern in Bosnien

201602 bosnien dietergrothuesdankomalesevicklauschmielTief bewegt berichteten Projektleiter Dieter Grothues, Klaus Chmiel und Dr. Michael Quinckhardt nach ihrer Projektreise über das, was sie in Bosnien erlebt und gesehen hatten: Familien in Not, Kinder, die unter Armut, teils sogar Hunger litten.
Seit Jahren engagiert sich die Aktion Kleiner Prinz in dem Land im Südosten Europas. Unter Anderem werden Schulspeisungen und Schulprojekte finanziert. Durch regelmäßige Projektbesuche werden die Ergebnisse kontrolliert und die Möglichkeit weiterer Hilfen erkundet.

Den vollständigen Bericht der drei Reisenden finden Sie hier:
Armut, Not und sogar Hunger sind näher, als man es sich hierzulande oft vorstellt. Ein nur eineinhalbstündiger Flug und eine zweistündige Autofahrt führten eine kleine Delegation der Aktion Kleiner Prinz nach Bosnien. Dort sind Not und Elend vielerorts zu spüren.

Seit Jahren engagiert sich die Aktion Kleiner Prinz in dem 3,8-Millionen-Einwohner-Land in Südosteuropa. Projektleiter Dieter Grothues, Klaus Chmiel und Dr. Michael Quinckhardt besuchten verschiedene Projekte der Warendorfer Hilfsorganisation.

Die Arbeitsreise begann mit Besuch von "Bread of Life" in Prijedor, einer Stadt im Nordwesten des Landes.
Seit zwei Jahren fördert die Aktion Kleiner Prinz dort das Schulprojekt "Erfolg durch Bildung", das von der christlich-humanitären Organisation für Kinder aus benachteiligten Familien ins Leben gerufen wurde und dessen Verlängerung jetzt beschlossen wurde.
Die notwendigen schulischen Unterstützungen funktionieren nur, wenn auch die Eltern einbezogen werden. Viele von ihnen können die Notwendigkeit von Bildung nicht einschätzen. Besonders bei Roma-Familien war diese Realität erkennbar. Dringend notwendige Freizeitangebote sind oftmals die einzige Möglichkeit, die Kinder regelmäßig stundenweise aus dem ärmlichen Alltagsleben herauszunehmen. Viele Eltern haben selbst kaum eine Chance, eine auch nur halbwegs angemessene Lebensqualität im häuslichen Umfeld zu geben. Die verhärmten Gesichter und die traurigen Augen der Kinder sowie die Trostlosigkeit der Umgebung machten betroffen. 

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Zweite Station der Reise war Ljubija, ein kleiner, verarmter Ort in der Nähe von Prijedor. Hier besuchte die Warendorfer Reisegruppe eine Schule. Mehr als 100 Schüler bekommen dort täglich ein Frühstücksbrot, das die Aktion Kleiner Prinz in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation "Oase" finanziert. Und das Hilfsprogramm umfasst mehr als das Frühstück: Familienbetreuung, Nachhilfestunden für schwache Schüler, Fahrtkosten, ärztliche Betreuung und Freizeitbetreuung. Auch für Schulmaterial wird gesorgt.

Der Abschluss der viertägigen Informationsreise führte die Reisegruppe nach Banja Luka, der Hauptstadt des serbischen Landesteils, in der die "Oase" zuhause ist. Die Aktion Kleiner Prinz ist alleiniger Sponsor dieser sozialen Einrichtung, die von Zorica Zubiç geleitet wird und die seit vielen Jahren eine beachtenswerte, erfolgreiche Arbeit leistet. Es gibt eine Vielzahl von Projekten, die es zu betreuen gilt: Schulspeisungen, Familienbetreuung, Schulmittelverfügungen, Nachhilfestunden, Freizeitbetreuung, Behindertenbetreuung, Gesundheitsberatungen. Das ganze „Sozialpaket" ist für die Kinder eine dringend notwendige Unterstützung. Ein mehrstündiges Arbeitsgespräch im Büro der „Oase" legte für dieses Jahr und für die nahe Zukunft die personellen und materiellen Bedingungen fest. Das Geleistete wurde kritisch beurteilt, das Finanzielle sorgfältig geprüft und die auftretenden Schwierigkeiten analysiert. Es gibt immer wieder Verbesserungen im Leben der Kinder, wenn immer und immer wieder mit unablässigen Zuwendungen, Aufmerksamkeiten und Einsätzen für sie gekämpft wird.
Weitere Schwerpunkte der Arbeitsreise waren ein Besuch in einem Waisenhaus, einer Betreuungseinrichtung für behinderte Kinder, und der Besuch besonders von der Armut betroffener Familien. Gespräche mit Eltern und Betreuern verdeutlichten die Schwierigkeiten vor Ort.
Ein weiteres Thema auf der Agenda waren auch die Hilfstransporte, die die Aktion Kleiner Prinz regelmäßig nach Bosnien schickt. Sie erfüllen zwei Aufgaben: Belieferung von Second-Hand-Läden, aus deren Erlös viele kleine Projekte bezahlt werden können, und die gezielte Verteilung der Sachspenden, besonders Kleidung, an die Ärmsten der Armen.

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OASE, Banja Luka / Bosnien & Herzegowina

OASE 2008In keiner Teilrepublik des ehemaligen Vielvölkerstaats Jugoslawien verlief der Balkankrieg (1992-1996) so grausam und blutig wie im heutigen Bosnien-Herzegowina, nirgendwo trafen unterschiedliche Religionen und Kulturen derart unmittelbar aufeinander wie hier.

Der Vertrag von Dayton 1996 hat diesen Bürgerkrieg zwar formal beendet, doch von einem wirklichen, gesicherten Frieden kann bis heute keine Rede sein. Aufgrund der Kriegszerstörungen und der anhaltenden Wirtschaftskrise sind Armut und Arbeitslosenquote extrem hoch. Kriegstraumata sind noch längst nicht überwunden, soziale Verelendung breitet sich weiter aus. Der Staat tut wenig oder nichts, um das Elend zu lindern.
Im Jahr 1997 wurde die Organisation OASE gegründet, die seither von der Aktion Kleiner Prinz unterstützt wird. Psychologen, Ärzte und Sozialarbeiter kümmern sich hier um Kinder, Jugendliche und Familien in Not und stehen ihnen bei der Lösung ihrer erheblichen existenziellen und psychischen Probleme bei.
Da Bildung für den Aufbau einer besseren Zukunft unerlässlich ist, unterstützt die OASE die Ausbildung bedürftiger, zum Teil behinderter Kinder und Jugendlicher. Durch finanzielle Beihilfen von 15 bis 35 Euro im Monat wird ihnen ermöglicht, eine Schule bzw. Universität zu besuchen. Auch für Schulbücher, die sich arme Familien nicht leisten können, kommt die Partnerorganisation der Aktion Kleiner Prinz auf.
Durch direkte finanzielle Hilfen werden außerdem Kinder und ihre Familien in sozialen Notlagen unterstützt. Auch behinderte Kinder mit ihren Familien, denen der Staat keinerlei Hilfe gewährt, erhalten von der OASE materiellen und psychologischen Beistand. Dasselbe gilt für Kinder, die auf ärztliche Hilfe und Arzneimittel angewiesen sind, für die der Staat nicht aufkommt: Die lebensnotwendigen Kosten werden von der OASE übernommen. Für die Betreuung psychisch gefährdeter Kinder und ihrer Mütter in Form von Einzel- und Gruppentherapien wird ebenfalls gesorgt.

In der Kleinstadt Knezovo, die rund 15 Kilometer von Banja Luka entfernt ist, sichert OASE mit Mitteln der Aktion Kleiner Prinz die Existenz eines Kindergartens für behinderte Kinder und Kinder aus bedürftigen und sozial ausgegrenzten Familien. Das Einzugsgebiet der Einrichtung reicht bis zwanzig Kilometer rund um Knezovo. Regelmäßige Verkehrsverbindungen in die Stadt gibt es nicht. Viele Kinder leben mit ihren Familien isoliert auf dem Lande. Einen privaten Transport für den Besuch des Kindergartens können sich ihre Eltern nicht leisten. Hier greift OASE ein und sorgt dafür, dass die Kinder regelmäßig auch mit anderen Kindern zusammenkommen können. Anderen Kindern bedürftiger Eltern wird der Kindergartenbesuch nur dadurch ermöglicht, dass OASE den monatlichen Elternbeitrag übernimmt. Die gleiche Unterstützung leistet die Organisation für Kindergärten in Kotor Varos und Celinac. Auf diese Weise wird vielen benachteiligten Kindern eine wichtige Grundlage für einen gesicherten Lebensweg gegeben.

OASE 2008Mit einem kleineren Betrag unterstützt die Aktion Kleiner Prinz auch den Kindergarten in Tuzla, Simin Han, der Kinder aus kriegsgeschädigten Familien betreut und im Jahr 2008 einen österreichischen Bankenpreis für sein soziales Engagement erhielt.
In Banja Luka hat die Aktion Kleiner Prinz für das Kinderkrankenhaus u. a eine Tagesklinik für krebskranke Kinder und ihre Familien finanziert. Für die lokale Gesundheitsstation in Novi Grad, einer Kleinstadt an der kroatischen Grenze, in deren Einzugsbereich ca. 30.000 Menschen leben, wurden medizinische Geräte angeschafft.
Gewalt bei Kindern und Jugendlichen ist auch hierzulande ein Problem geworden; ungleich mehr gilt das in einem Land, in dem die Gräuel eines furchtbaren Krieges noch immer lebendige Realität sind. Deshalb hat die Aktion Kleiner Prinz ein Gewaltpräventionsprogramm finanziert. Mit Hilfe dieses Programms, genannt "Projekt Charlie", konnte die Gewaltbereitschaft der teilnehmenden Kinder erwiesenermaßen deutlich reduziert werden.
Es hat sich hervorragend bewährt, dass die Aktion Kleiner Prinz großen Wert auf persönliche Kontakte zu ihren Partnerorganisationen legt. So statten Vorstandsmitglieder der Aktion Kleiner Prinz auch dem großartigen OASE-Team in regelmäßigen Abständen einen Besuch ab, um sich vor Ort über die Verwendung der Spendengelder zu informieren.

Oberes Bild: Projekt Charlie – das Einüben von freundlichem Verhalten ist wesentlicher Teil der Gewaltprävention: Hier reichen die Kinder einen Tennisball weiter und sagen dem Empfänger des Balls etwas Nettes, z. B. „Du hast einen hübschen Pulli an“.

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