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Krankenhaus Afghanistan Drucken

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Die Lage in Afghanistan verschlimmert sich weiterhin: Die Taliban sind auf dem Vormarsch, Anschläge, Entführungen, Armut und Chaos beherrschen das Land. Kaum vorstellbar, dass ein einzelner Mensch, eine Frau sich auf eigene Faust in dieses Land wagt, um den leidenden Menschen und vor allem den Schwächsten unter ihnen, den Kindern, zu helfen.

Brigitte Weiler aus Herrenberg bei Stuttgart ist eine solche Frau, die den Menschen dort beisteht, wo sich keine Hilfsorganisation um sie kümmert. Die gelernte Krankenschwester, Rettungsassistentin und Schiffsoffizierin kennt das geschundene Land seit mehr als 20 Jahren, war also schon während des sowjetischen Besatzungskrieges dort, hat viele afghanische Freunde gewonnen und spricht die Landessprache. 2004 gründete sie den gemeinnützigen Verein Cabilla (Zufluchtsort). Unermüdlich sammelt sie private Spenden, von denen sie für Kinder in einem Waisenhaus und in Flüchtlingslagern in den abgelegenen Gegenden Nordafghanistans Kleidung, Schulsachen und Medikamente kauft. Regelmäßig versorgt sie die ambulante Shaba-Klinik in einem unwegsamen Gebirgstal nördlich von Kabul mit lebensnotwendigen Medikamenten (u. a. Antibiotika, Wurmmittel, Desinfektionsmittel, Verbandszeug), da die Versorgung durch die Regierung nicht einmal den Minimalbedarf abdeckt. Sobald es sich herumspricht, dass neue Medikamente angekommen sind, erhöht sich die Zahl der Hilfesuchenden von 30 bis 50 auf 100 am Tag!

In oft tagelangen Fußmärschen quälen sich die Patienten in die Klinik, weil sie sonst nirgendwo medizinische Behandlung erhalten können. „Ich habe erlebt“, berichtet Brigitte Weiler, „dass eine Mutter ihre beiden schwer an Durchfall erkrankten Kinder auf den Armen über den beschwerlichen Weg in die Klinik geschleppt hat, weil es keine andere Möglichkeit für sie gab.“

Obwohl Frau Weiler die Spenden, die sie erhält, aus eigener Tasche aufstockt, reicht das Geld bei weitem nicht aus. Deshalb hat sie sich im Jahr 2008 mit der Bitte um Unterstützung an die Aktion Kleiner Prinz in Warendorf gewandt. Der Vorstand sagte ihr eine jährliche Summe zu, die sie für die afghanischen Flüchtlingskinder und das Krankenhaus verwendet. Auf die Frage, ob sie keine Angst habe, sagte sie: „Doch, Angst ist sogar notwendig. Ich bin jedoch nicht leichtsinnig und passe mich den örtlichen Gegebenheiten an. Andererseits zeigen terroristische Anschläge auch in Europa, dass einem überall etwas passieren kann. Ich habe in Afghanistan ein Netz von guten Bekannten und werde auf meinen Reisen von einem Fahrer und einem Leibwächter begleitet, denen ich vertrauen kann. Die Menschen dort brauchen mich.“

Frau Weiler ist inzwischen Mitglied der Aktion Kleiner Prinz geworden und berichtet regelmäßig über ihre Arbeit für die von unvorstellbarer Not betroffenen Kinder in einem Land, in dem der Krieg kein Ende nimmt.

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 13. Mai 2010 um 14:07 Uhr