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Hilfe für Flutopfer in Pakistan Drucken

Aktuelle News zum Projekt

Im Juli 2010 versank Pakistan in den Fluten,

...und die Welt sah zu, sah viel zu lange zu, ohne dass es spontan zu der zu erwartenden grenzenlosen Hilfsbereitschaft gekommen wäre. Im Gegenteil: Die Spenden flossen anfangs nur zögerlich und spärlich, obwohl die Katastrophe alles bisher Dagewesene, ja alles Vorstellbare übertraf. Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielfältig. Doch es gibt keinen einzigen triftigen Grund dafür, unschuldige Menschen –  und Kinder! -  in dieser furchtbaren Notlage ihrem Schicksal zu überlassen.

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Die Aktion Kleiner Prinz hat so schnell wie möglich reagiert, sich um ein konkretes Hilfsprojekt bemüht und ist erst an die Öffentlichkeit getreten, als dieses gefunden war. Das großzügige Spendenaufkommen, das daraufhin einsetzte und das wir auch als Zeichen des Vertrauens in unsere Arbeit sehen, freut uns von Herzen.

 

Zuverlässiger Projektpartner ist der gebürtige Soester Benjamin Schaeffer, Leiter der von uns seit mehr als einem Jahr unterstützten pakistanisch-deutschen Modellschule für bedürftige Kinder in Peshawar, der zugleich Direktor der ARO (Aid for Refugees and Orphans = Hilfe für Flüchtlinge und Waisen) ist.

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Schaeffer, der seit Jahren vor Ort viele persönliche Kontakte zu den Einheimischen hat, legte dem Vorstand der Aktion Kleiner Prinz einen sehr detaillierten, konkreten Nothilfeplan vor, der schnell realisiert und durch einen zweiten ergänzt wurde: Über 4000 Menschen, denen die Flut alles genommen hatte, wurden in der Nähe von Peshawar und in Dera Ismail Khan mit dem Lebensnotwendigsten versorgt. In einem Lager der ARO wurden Trinkwasser, Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel und  Werkzeug gesammelt, verpackt und direkt an die Bedürftigen verteilt, die in den Trümmern ihrer Häuser oder in Schutt und Lehm am Straßenrand verzweifelt auf Hilfe warteten. Medizinische Hilfe leisteten die freiwilligen Ärzte von Humedica, die eng mit der ARO zusammen arbeiten und  in Charsadda bis zu 190 Patienten am Tag behandelten.

 

In einem weiteren Projekt wurden 8000 Kinder mit Kleidung versorgt, da sie nichts zum Anziehen hatten als das, was sie zu Beginn der Katastrophe trugen. Nach Überzeugung des ARO-Direktors Benjamin Schaeffer hat saubere Kleidung einen „ebenso hohen Stellenwert wie ein Dach über dem Kopf.“ Bis zu sieben Wochen waren die Kinder in denselben Kleidern herumgelaufen, die sie bei der Flucht vor den Wassermassen am Leibe trugen - und das bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90% und bei Temperaturen von z. T. nahe 50°! Wo schon Trinkwasser kostbare Mangelware ist, ist an Waschen von Anziehsachen kaum zu denken. Bei kleinen Kindern, die naturgemäß wenig auf  die Sauberkeit ihrer Kleider achten, erreicht der Hygienestandard den Nullpunkt. Auch die Kleidung wird so zur Brutstätte von Epidemien.

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Benjamin Schaeffer, der Projektpartner der Aktion Kleiner Prinz, hatte die vorzügliche Idee, mit 8.000 bedürftigen Kindern das dreitägige Eid- oder Id-Fest zu feiern und jedem Kind ein neues Kleidungsstück zu schenken. (Das Id-Fest ist das Fest des Fastenbrechens nach dem letzten Fastentag des Ramadan und ein fröhliches Fest des Friedens und der Freundschaft, an dem vor allem die Kinder Süßigkeiten und andere kleine Geschenke erhalten. Es ist in dieser Hinsicht dem christlichen Weihnachten vergleichbar.) Die Kinder wurden von Helfern aus der Region erfasst, um festzustellen, wie viel Stoff gebraucht wurde. Die Mütter, von denen einige noch Nähmaschinen hatten, setzten sich an die Arbeit, oder die lokalen Schneider erhielten die Aufträge und damit zugleich eine Verdienstmöglichkeit.

Im Oktober machte Brigitte Weiler auf ihrem Weg nach Afghanistan im pakistanischen Überschwemmungsgebiet  Station, um weitere Hilfen der Aktion Kleiner Prinz umzusetzen. Frau Weiler ist Mitglied  der Aktion Kleiner Prinz und reist  jedes Jahr einmal nach Afghanistan, um die Menschen dort mit Hilfsgütern und Medikamenten zu versorgen. Mit finanzieller Hilfe der Aktion Kleiner Prinz und organisatorischer Unterstützung durch die ARO verteilte sie im Überschwemmungsgebiet in Pakistan u.a. dringend notwendiges Werkzeug für erste Reparaturmaßnahmen in Selbsthilfe.

Nach Abschluss der Erstversorgungsmaßnahmen hilft die Aktion Kleiner Prinz mittel- und langfristig bei den umfangreichen Wiederaufbauarbeiten, unter anderem auch bei der Errichtung von Schulen. Näheres finden Sie unter "aktuelle News zum Projekt".

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 07. Juli 2016 um 15:22 Uhr