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Hilfe in Pakistan - Bildung als Waffe gegen Armut und Terrorismus Drucken
 

Aktuelle News zum Projekt

Im November 2009 erhielt die Aktion Kleiner Prinz ein Schreiben des aus Soest stammenden Benjamin Schaeffer mit der inständigen Bitte, ihn bei seinem Projekt einer Schule für bedürftige pakistanische Kinder zu unterstützen. Schaeffer ist Leiter der ARO (Aid for Refugees and Orphans = Flüchtlings- und Waisenhilfe) in Peshawar, Hauptstadt der Nordprovinz Pakistans und nahe der Grenze zu Afghanistan gelegen. Im Mai 2009 gründete er dort die deutsch-pakistanische Schule PGMS (Pakistan German Model School), die auch den Ärmsten eine bessere Zukunft ermöglicht. Ohne Schulbildung führt ihr Weg unweigerlich auf die kriminelle Bahn oder lässt sie zu hilflosen Opfern von Verbrechern werden. In der PGMS werden zurzeit nach einem gestaffelten Hilfsprogramm ca. 200 Kinder unterrichtet. Dabei wird für Kinder begüterter Eltern der volle Betrag des ortsüblichen Schulgeldes verlangt, Eltern, die weniger Geld haben, bezahlen je nach ihrer finanziellen Situation entsprechend weniger, während für mittellose Kinder, die keine Eltern haben bzw. in deren Familie kein Erwerbstätiger vorhanden ist, Schulgeld, Schulmaterialien und Uniform frei sind.

Pakistan_Schuelergruppe Schicksale wie das folgende des neunjährigen Saeed sind exemplarisch für die bedrückende Situation dieser Kinder und für die dringende Notwendigkeit, ihnen zu helfen: Saeeds Vater wurde vom eigenen Bruder getötet, als der Junge fünf Jahre alt war. Seine Mutter, die von den Onkels an einen reichen Mann verkauft wurde, hat er seither nicht wieder gesehen. Saeed lief weg und geriet unter den Einfluss radikaler Taliban. Er lief wieder zurück, arbeitete in der Landwirtschaft und ging abends in eine Koranschule (Madrasa), da sein Onkel ihm jeden Schulbesuch untersagte. Auch da hielt er es nicht aus, da er gedemütigt und geschlagen wurde. In der PGMS blühte er auf, lernte gern und schnell und verspricht, ein ausgezeichneter Schüler zu werden. Er ist inzwischen ein normales, fröhliches Kind, das gern lacht und spielt. Die Lehren der Taliban, die ihm eintrichterten, so viele Ungläubige wie möglich zu töten, geraten in Vergessenheit. Nur die Sehnsucht nach der Mutter bleibt, doch es besteht so gut wie keine Hoffnung, sie wieder zu finden.

100 Euro reichen aus, um für ein solches Kind Schulgeld, Schulmaterial und Schuluniform für ein ganzes Jahr zu bezahlen. Seit Dezember 2009 unterstützt die Aktion Kleiner Prinz dieses Schulprojekt  mit jährlich 3.000 Euro.

Geplant ist zudem ein neues, viel versprechendes Rehabilitationsprogramm für 85 Kinder und Jugendliche (zwischen neun und fünfzehn Jahren), die von der Armee aus den Trainingslagern der Taliban befreit wurden, wo sie zu Selbstmordattentätern herangezüchtet werden sollten. Sie sind zurzeit in Gefängnissen untergebracht. Schaeffer ist mit Recht überzeugt davon, „dass Bildung die beste und nachhaltigste Waffe gegen den hier grassierenden Terrorismus ist, dass er die beste Maßnahme zur Befreiung der Menschen aus ihrer Armut und Perspektivlosigkeit ist und eigentlich die Antwort auf viele nachgeordnete Probleme darstellt.“

Pakistan_Saeed Der Kontakt zu Schaeffer wurde durch Brigitte Weiler hergestellt, die jedes Jahr für die Aktion Kleiner Prinz nach Afghanistan reist, um Kinder in Flüchtlingslagern mit Schulsachen und warmer Kleidung sowie ein abgelegenes Krankenhaus mit Arzneimitteln zu versorgen. Auf ihrem Weg dorthin macht sie in der Grenzstadt Peshawar Station, so dass sie die Aktion Kleiner Prinz bei ihren Besuchen in Warendorf aus erster Hand über das Projekt informieren kann. Außerdem wird Benjamin Schaeffer, wenn er in seine Heimatstadt Soest kommt, der Warendorfer Kinderhilfsorganisation persönlich über die Entwicklung seiner Arbeit und die Verwendung der Spendengelder berichten. So sind auch bei diesem Projekt die Grundsätze der Verlässlichkeit und Transparenz gewährleistet, denen sich die Aktion Kleiner Prinz verpflichtet fühlt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 04. Dezember 2014 um 20:09 Uhr